Zurück aus Albanien

von

Albtraum oder Traumreise?

Zwischen unberührten Bergen und tiefblauer Adria

"Es war eine wunderbare Reise", "Gern wären wir länger in Betrat geblieben", "Tolle, mutige Menschen, phantastisches Essen und sogar guter Wein", "Gewältige Berglandschaft und unberührte Flusstäler, spannende Geschichte(n) und immer wieder kleine Abenteuer", "Alles war super - nur die Bootsfahrt recht abenteuerlich" - das ist eine Auswahl der ersten Einschätzungen der heimreisenden Gäste.

Alles begann mit dem spätabendlichen Flug nach Tirana. Hier begann das Abenteuer, ausgeruht nach einer Nacht im neuen Airport Hotel. Per Reisebus hinauf in die oft noch unberührten Berge der Albanischen Berge. Schwindelerregende Serpentinen  zum Mittagsmahl. Allerlei Albanische Spezialitäten von kräftigen Salaten bis zum feinen Lamm. Dazu ein richtig guter Albanischer Weißwein. Ein großartiger Auftakt. Im Bergdorf Theth erfahren die Gäste von der Kanun, dem Gesetz der Berge. "Selbst Blutrache gibt hier oben noch" erklärt mit der Wirt am alten Turm. "Noch vor ein paar Jahren verschanzte sich hier ein junger Mann aus Angst vor der Rache des Nachbarn". Zum Gruna Wasserfall geht es über Stock und Stein. Die letzten 300 Meter gleichen sogar ein Kletterpartie. Der Anblick: echt romantisch.

Zum Koman Stausee führt der Weg über eine holprige und enge Straße. Die Panoramen unterwegs sind atemberaubend.  Wir verbringen zwei Nächte bei Amazonia. Ein tapfere Frau - nach der grausamen stalinistischen Diktatur in Albanien geht sie nach Italien. Nach einigen Jahren kommt sie hierher ins "Nirgendwo" zurück, um den Traum Ihres Großvaters zu leben. Sie kauft die Villa Franceze im kleinen Dorf Koman. Die Machthaber vertrieben ihren Großvater von hier, um auf seinem Grund und Boden eine Unterkunft für die Ingenieure des Stauseeprojektes zu bauen. Ihr Großvater starb, ohne jemals wieder zu sprechen, vor Gram. Nun ist Amazonia zurück und bewirtet uns voller unendlicher Gastfreundschaft. Mit einfachsten Mitteln schuf sie ihr kleines Paradies. Von hier aus gehen wir auf Bootstour. Zerklüftete Felsformationen, umgeben von türkis strahlendem Wasser. Diese Felsen kommen uns gigantisch vor. Sonnenstrahlen bringen das "Meer" zum leuchten. Eine Landschaft wie in einer fremden Welt. Dabei liegt dieser magische Ort in Europa. Der Shala River und der Koman See gehören zu den wohl schönsten und bestgehüteten Orten Albaniens.

Berat - UNESCO Welterbe - hier verweilen wir nur kurz. Der Nachmittag überrascht uns mit schwerem Gewitter. Heftig prasselt der Regen herunter. Zeit, um unser Hotel für die Nacht zu erkunden. Wir wohnen im historischen Onufri. Auch wieder so eine Geschichte einer albanischen Familie. Denise Qeraj und ihre Familie haben 3 alte historische Häuser zu einer Unterkunft für Gäste aus- und umgebaut. Liebevoll restauriert atmet man den Geist längst vergangener Jahre. Seit 2008 ist die Berat Bestandteil der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Die Stadt bietet nicht nur einen Einblick in die osmanische Bautradition sondern gilt auch als Beispiel für das funktionierende Nebeneinander verschiedener Religionen und kultureller Strömungen. Drei historische Stadtteile sind für uns von besonderem Interesse: Die hoch über der Stadt am Fluss Osum gelegene Festung, das muslimische Viertel Mangalemi direkt unterhalb des Burgberges und das einst mehrheitlich christliche Stadtviertel Gorica jenseits der Osum, bequem über eine Fußgängerbrücke zu erreichen. Hier sollten wir länger bleiben beim nächsten Mal.

Doch uns zieht es ans Meer. Ganz im Süden, gegenüber winkt die Griechische Insel Korfu, liegt Ksamil. Im Boutique Hotel "Manta" beziehen wir Quartier. Immer die blaue Adria, die hier wirklich in allen Farbtönen schimmert, vor Augen. Schwimmen und Planschen, ausgiebige Strandspaziergänge und köstliche Meeresfrüchte - so verbringen wir die Tage am Meer. Mit dem Schlauchboot zur unbewohnten Insel mit goldenem Sonnenuntergang.

Einer Sage nach soll der Held Aeneas vor der Küste Butrints als Dank für die gelungene Flucht aus dem brennenden Troja einen Stier geopfert haben. Dieser Stier stürzte auf seiner Flucht verletzt ins Meer und schwamm an den Strand der Insel, wo er dann tot zusammenbrach. Die Einheimischen deuteten dies als Gotteszeichen und nannten die Insel fortan "Butrint", was so viel bedeutet wie "verwundeter Stier". Die Ausgrabungen von Butrint beeindrucken uns alle. Sie geben Zeugnis ab über die wechselvolle Geschichte des Landes. Von den Griechen bis zu den Römern, von Phönezien bis zu den Osmanen. Alles können wir hier aus dem Stein lesen - phantastisch.

Zum Schluss noch ein Tag in Tirana. Auf dem ersten Blick, keine schöne Stadt. Doch beeindruckend allemal. Hochmoderne, fast verspielte Architektur neben Häusern der stalinistischen Zeit, Villen aus der italienisch, faschistischen Epoche neben alten halb verfallenen Mietshäusern. Auch ein Stück albanischer Wirklichkeit.

Dann beginnt die Heimreise. Mit Verspätungen und Wartezeiten, letztlich per Reisebus auf die letzte Etappe von Frankfurt nach Hause. Müde und auch glücklich fallen unsere Albanien - Abenteurer in ihre Bettchen...

...bis zum nächsten  großen oder kleinen Abenteuer.

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