35+1 Jahr Schumann Reisen
Hansestadt und Ostseestrand
Ein Reisebericht vom Berufsurlauber
Das war doch echt eine gute Idee, den Firmengeburtstag mit uns Gästen zu feiern. 2010 fing das alles an – 20 Jahre Schumann Reisen. Damals, 16 Jahre ist das nun her, führte die Jubiläumstour nach Berlin. Das Motto hieß 20 Jahre Schumann Reisen – 20 Jahre Reisefreiheit. Es folgen fortan jährliche Sonderreisen, immer 4 Tage, immer um den 1. Mai (Gründungstag von Schumann Reisen). Mal wird auf dem Zugspitzgipfel gefeiert oder in der britischen Botschaft, dann in Heiligendamm oder auf dem Vater Rhein. Immer neue und auch einzigartige Schauplätze. Doch darüber möchte ich heute gar nicht berichten. Wir schreiben ja mittlerweile das Jahr 2026 und eine neue Geburtstagsreise (so heißt diese Serie) startet Morgen. Und auch diese möchte ich keinesfalls versäumen, war ich doch bislang bei jeder dieser Reisen dabei.
Wie bei jeder meiner Schumann Reisen werde ich auch heute Morgen direkt an meiner Haustür abgeholt. Und wieder steht ein dunkelblauer Kleinbus vor meiner Gartentür. Seit nun fast 5 Jahren fahren Schumann´s Zubringerfahrzeuge mit Strom aus Sonnen- und Wasserkraft, statt mit Diesel und Benzin. Ja, ja das leidige Thema klimaschädlicher Gase und Fußabdruck auf Reisen. Schumann Reisen stellt sich dem, mit Verzicht auf den Verbrauch fossiler Energieträger wo immer das möglich ist, mit freiwilligen Ausgleichsmaßnahmen wie Investitionen in Renaturierung von Mooren und den Erhalt von gesunden Wäldern. Schon bei der Auswahl der Hotels und Restaurants wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Mittlerweile kann ich bei fast jeder Reise nachlesen, wie groß mein „Fußabdruck“ ist und was Schumann Reisen dagegen unternimmt. So lässt es sich auch in Zeiten des Klimawandels einigermaßen beruhigt vereisen.
Zurück zur Geburtstagsreise – am Autohof Hermsdorf Ost treffen wir uns mit fast allen Gästen. Vier Reisebusse stehen bereit. Es ist immer ein großes HALLO, treffen sich doch hier so viele Bekannte und Freunde. Tja, es ist wie ein großer Familienausflug. Auch das macht Schumann Reisen aus.
„Ouvertüre im Dom zu Lübeck“ so steht es im ausführlichen Reiseprogramm. Am Nachmittag kommen die Kirchtürme Lübecks in den Blick. Die älteste Kirche steuern wir an, den Dom. Hier erwartet uns Reise Chef Thomas Schumann und heißt uns Willkommen. Pastorin Margrit Wegner begrüßt uns mit herzlichen Worten und spendet uns Gottes Segen für unsere Reise. Dann erfüllen gewaltige Orgelklänge den Kirchenraum. Die „Königin der Instrumente“ so wird die Orgel auch genannt. Organist Johannes Unger bringt sie zum Klingen – gigantisch. „Aus der Trave sind vier Nixen aufgetaucht. Ich selbst habe diese jungen Damen auf einer Reise in Madagaskar kennengelernt. Da haben sie sich in mein Herz gespielt. Ein Streichquartett der Extraklasse, ungewöhnlich und überraschend. Freuen sie sich auf die Nixen!“ kündigt Thomas Schumann den nächsten Teil der Reise Ouvertüre an. Dem gewaltigen Klangteppich der Domorgel folgen nun fast schon filigran anmutende Klänge. Ein Cello, eine Bratsche und zwei Violinen, das sind die Werkzeuge der jungen Damen. Und sie entlocken diesen wunderbaren Instrumenten einzigartige Melodien und Klangbilder. Klassik mit modernen Rhythmen verwoben. Begeisternd in jedem Fall. Viel zu schnell endet unsere Ouvertüre – ich hätte stundenlang noch zuhören können. Doch draußen lockt das sonnige Frühsommerwetter. Wir spazieren entlang der Trave direkt zum Holstentor. Überall räkeln sich die Menschen in der Sonne. Bevölkern Biergärten oder liegen auf der Wiese. Es ist wunderbar anzusehen. Dann durchschreiten wir das Holstentor. Das Holstentor ist das berühmte Wahrzeichen Lübecks und eines der beliebtesten Fotomotive in ganz Nordeuropa. Es ziert mit seinen dicken roten Backsteinmauern und den wuchtigen Doppeltürmen unzählige Postkarten, Marzipantorten, Briefmarken und 2-Euro-Münzen. Das imposante gotische Stadttor war einst Symbol der Macht und wichtiger Teil der Stadtbefestigung, die die reiche Hansestadt vor feindlichen Angriffen schützen sollte. Nur wenige Minuten und wir erreichen unser Hotel. Mit dem Radisson blu Senator hat Schumann Reisen wieder einmal das beste Haus am Platz gewählt. Großzügige, moderne Zimmer und der Blick direkt auf die Trave und die Altstadt als Kulisse. Wunderbar, so wie das Abendessen hier im großen Ballsaal. Der erste Tag hat meine Erwartungen schon weit übertroffen.
Am Morgen erwartet uns ein abwechslungsreiches, üppiges Frühstück. An alles ist gedacht. So lasse ich mir richtig Zeit – mehr als eine Stunde Frühstück, auch mal schön. Denn erst um 10 starten wir in unseren Tag.
Unter Führung von Kaufleuten aus Lübeck entwickelt sich Ende des 13. Jahrhunderts der Städtebund Hanse. Er verbindet dutzende Orte und beschert den beteiligten Städten großen Reichtum. Ende des 13. Jahrhunderts beginnt in Norddeutschland eine wirtschaftliche Blütezeit: die Ära der Hanse. Der Städtebund entwickelt sich aus einer losen Interessengemeinschaft von Kaufleuten. Unter Führung von Lübecker Händlern entsteht daraus ein Netz von Wirtschaftsverbindungen zwischen Hafenstädten an Nord- und Ostsee sowie Handelsstädten im Binnenland.
All das und noch viel mehr erfahren wir im Europäischen Hanse Museum – der ersten Adresse weltweit zum Thema Geschichte(n) der Hanse. Für mich ein wirklich tolles Erlebnis. Und klüger kommt man allemal raus, als mein reingeht. Und ganz in Schumann Manier erwarten uns nordische Leckereien am Ende des Rundgangs. Frische Fischbrötchen und regionales Bier. Diese kleine Pause muss auch sein – denn hier starten gleich die Stadtrundgänge mit den extra bestellten Lübecker Experten. Immer so 15-18 Gäste und ein Experte gehen auf Tour. Sogar ins Innere des Lübecker Rathauses kommen wir. Der wohl schönste und auch größte Saal im Lübecker Rathaus ist der prächtige Audienzsaal, der im schwungvoll-eleganten Stil des Rokoko erstrahlt. Imposante Kristallleuchter, rote Samtsofas, ein glänzender Fußboden aus edlem Marmor, detailreiche Decken- und Wandornamente und die wunderschönen Gemälde des italienischen Künstlers Stefano Torelli bestimmen das dekorative Interieur des Raumes und sorgen für einen Rausch der Sinne. Die großen Wandgemälde im Goldrahmen stellen übrigens Freiheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Vorsicht, Klugheit, Mäßigung und Verschwiegenheit dar – an vielen fehlt es heutzutage so habe ich oft das Gefühl.
Zur Belohnung unserer Stadtwanderung kehren wir im Café Niederegger ein. Im Jahre 1806 wurde das Unternehmen Niederegger vom Konditormeister Johann Georg Niederegger gegründet. Er verhalf dem Unternehmen zu dem Ruhm, den das Niederegger Marzipan bis heute in der ganzen Welt genießt. In den nun über 200 Jahren seines Bestehens ist das Café Niederegger im Herzen der Hansestadt zum heimlichen Wahrzeichen Lübecks geworden. Wir jedenfalls werden mit Kaffee und Marzipantorte bewirtet – mmmhhmmm wie lecker!
Zurück ins Hotel lass ich mich heute gern fahren. Schumann´s haben extra einen der kleinen Elektrobusse mitgebracht. Die meisten anderen Gäste nutzen den Nachmittag für ihren eigenen Spaziergang zurück.
Das stolze Giebelhaus der Schiffergesellschaft direkt gegenüber der Seefahrerkirche St. Jakobi ist seit rund 500 Jahren Heimat der Lübecker Seeleute und Kapitäne. Die Schiffergesellschaft ging offenbar aus der St. Nikolaus-Bruderschaft hervor, die sich - wie alle Bruderschaften - nach der Reformation auflösen musste. Sie entstammt den Anfängen der kommerziellen Seefahrt und war ursprünglich für alle Schiffer der Hansestadt verpflichtend. Mit dem Erlöschen der Beitragspflicht entstand vor rund 150 Jahren das, was die Schiffergesellschaft heute ist: Ein traditionelles, hanseatisches Restaurant mit moderner Küche und historischem Ambiente. Hier feiert Schumann Reisen heute den 36. Geburtstag mit uns. Und wie wir feiern. Feinste maritime Speisen werden gereicht und edle Tropfen ausgeschenkt. So viel das Herz begehrt. Räucherfischteller mit Krabben und Kostproben vom Labskaus kommen auf den Tisch. Dazu Rotsporn – alles so typisch für Lübeck. Als Hauptgang: Honigschinken mit karamellisierter Senfsoße nach einem Originalrezept von Thomas Mann. Mir läuft noch jetzt das Wasser im Munde zusammen. Und zum Nachtisch allerlei rund um das Lübecker Marzipan. Und das war nur der kulinarische Teil. Musikalisch ebenfalls ein fantastischer und ausgefüllter Abend. Der original Passatchor aus Lübeck-Travemünde unterstreicht das maritime Flair mit stimmungsvoll vorgetragenen Seemannsliedern. Herrlich! Und das versprochene Wiedersehen mit den Nixen gibt es auch. Nochmal einzigartige Kompositionen für Cello, Bratsche und Violinen. Pop, Klassik und Filmmusik zu einem Kunstwerk verwoben. Den musikalischen Schlusspunkt setzt Schumann Reisen Freundin Charlotte Cavelle. Ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich Sie auf einer der Touren sehen und vor allem hören kann. Ein wirklicher großartiger Geburtstag – unvergessen wird er bleiben.
Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Ostsee – unbeschwerte Stunden auf der Trave und in den Seebädern der Lübecker Bucht. Im Stadthafen legt MS Hansa an – hier gehen wir an Bord. Der Ausflugsdampfer trägt uns auf der Trave bis zur Mündung nach Travemünde. Hier stehen die Reisebusse bereit. Fahrt nach Niendorf. Im Johannes gibt’s heute Mittagessen. Die besten Matjes mit Bratkartoffeln, die ich je probiert habe. Sensationell, ehrlich! Später dann auch noch Kaffee & Kuchen. Dann heißt es: Strandwanderung. Wer Lust hat kommt mit bis Timmendorfer Strand zum Ostsee Pavillon WOLKENLOS. Diesmal wandere ich mit. Obwohl wieder für Alternativen gesorgt wird. Bustransfer für „Nichtläufer“. Im WOLKENLOS geht’s weiter mit der Schlemmerei. Weine vom Allerfeinsten und ein Büfett mit maritimen und anderen Köstlichkeiten. Und das alles mitten auf dem Wasser der Ostsee. Denn das WOLKENLOS „schwebt“ über dem Meer, wurde auf Pfählen gebaut. Eine kleine Seebrücke führt uns hin. Hier mitten auf der Ostsee erleben wir dann noch ein richtiges „Abschiedsfeuerwerk“ der Natur. Sonnenuntergang als Naturkino.
Heute steigt der traditionelle Frühschoppen. Diesmal, na klar wir sind ja in der Hansestadt Lübeck, ganz maritim im alten Stadthafen. Große Bühne für den Passat Chor – nun schon alte Bekannte. Was für ein Bild vor der Kulisse der Altstadt, was für ein Klangkörper. Auch das kulinarische Finale hat es in sich. Allerlei fischiges, Kalbsfleisch und Spargel. Entenkeulen und Matjes. Kutz gesagt, ich habe mich echt nochmals so richtig am Büfett gelabt. Bier und Wein dazu, das ist der Geburtstagsreisen Frühschoppen. Von allem koste ich und genieße das Finale.
Der Rest ist schnell erzählt – am frühen Nachmittag brechen wir auf an Bord unserer Reisebusse. Nun heißt es wieder „Schwerarbeit“ für unsere freundlichen Buspiloten – denn es liegen rund 600km vor uns. Also reichlich Zeit für den nachzuholenden Mittagsschlaf. Mir fallen schnell die Äuglein zu. Dann träume ich von den letzten Tagen, schmeck die Delikatessen auf meiner Zunge und lausche den Klängen der Nixen. Später, kurz vor daheim träume ich schon von der nächsten Geburtstagsreise 35+2 Jahre – wir feiern auf der Zugspitze. Ich bin wieder dabei – garantiert.
Tschüss und guten Nacht sagt
Ihr Berufsurlauber