Reiseberichte Brasilien - was der Berufsurlauber erlebte

Brasilien - was der Berufsurlauber erlebte

Von Iguazu bis zum Atlantikregenwald, vom Amazonas zum Zuckerhut

"Bem-vindo ao Brasil! Bem-vindo ao Rio de Janeiro!"

Brasilien: Metropolen - Wasserfälle – Regenwald - Von Iguazu bis zum Atlantikregenwald, vom Amazonas zum Zuckerhut so heißt unsere Reise. Heute geht´s endlich los. Pünktlich holt uns der vollelektrische Minibus von Schumann Reisen an der Haustür ab. Nachhaltigkeit wird eben großgeschrieben – auch wenn wir mit unserer Reise ins größte Land Südamerikas einen immensen Fußabdruck hinterlassen. Doch auch da handelt Schumann vorbildlich. Alle Flug Emissionen kompensiert das Unternehmen mit Atmosfair, den im übrigen Programm entstehenden CO2 Ausstoß gleicht Schumann Reisen über unterschiedliche Projekte aus. So beispielsweise gemeinsam mit global social in Brasilien. Auch ein Ziel dieser Reise.

Lufthansa bringt uns direkt nach Rio de Janeiro.  Frühmorgens, es ist noch dunkel, landen wir. Hier erwartet uns Ana, Sie ist hier in Rio geboren und will uns zum Auftakt Ihre Stadt zeigen. Doch als erstes spazieren wir ins Café Manon, eine Institution in Rio de Janeiro. Hier gehen die Einheimischen gern hin und hier genießen wir erstmal ein üppiges brasilianische Frühstück. Mit allen drum und dran. Gestärkt geht´s auf Tour. Zuerst zieht es uns zur riesigen Kathedrale. Von außen wirkt sie eher ungewöhnlich – fast wie ein grauer Kegel. Hässlich meinen manche meiner Mitreisenden sogar. Doch innen überrascht sie uns: Farbenfrohe Glasfenster ziehen sich bis zur Spitze und tauchen den Raum in ein geheimnisvolles Licht. Dann zum Maracanã-Stadion. Schon von außen ist es beeindruckend, und wir spüren sofort: Hier lebt der Fußball! Man kann sich richtig vorstellen, wie tausende Fans jubeln und feiern. Hier feierte Deutschland den Weltmeistertitel – mittlerweile mehr als 10 Jahre ist das her. Am Nachmittag fahren wir hinauf auf den Corcovado. Der Weg führt durch dichten, grünen Regenwald, und mit jeder Kurve wird die Aussicht spektakulärer. Doch nur ab und an gibt die Wolkendecke den Blick frei. Oben erwartet uns die berühmte Christusstatue. Riesig steht sie da, mit offenen Armen über der Stadt. Wir stehen still und staunen – dieser Ausblick über Rio ist einfach unvergesslich. Dann ziehen Wolken rein, vorbei mit dem Panoramablick. Zunächst bleiben wir nur eine Nacht hier – doch wir kommen wieder zum Reisefinale nach Rio de Janeiro. Ich freue mich schon darauf.

Nun fliegen wir nach Foz de Iguaçu. „Für mich sind es die schönsten Wasserfälle der Welt. Man weiß nicht wo man zuerst hinschauen soll – überall großartige Postkartenbilder“ schwärmt der Berufsurlauber Thomas Schumann von den Fällen. Nun ich bin gespannt. Schon von Weitem hören wir das Tosen – und dann stehen wir plötzlich davor: die Wasserfälle von Iguaçu. Unzählige Wassermassen stürzen donnernd in die Tiefe, umgeben von grünem Dschungel und feinem Sprühnebel, der in der Sonne glitzert. Über 270 einzelne Wasserfälle breiten sich wie ein riesiges Hufeisen zwischen Brasilien und Argentinien aus. Der größte von ihnen, die „Teufelsschlucht“, raubt uns den Atem – so gewaltig, so laut, so nah. Wir sind völlig fasziniert. Regenbögen tanzen in der Gischt, und manchmal fliegt ein Schmetterling direkt vor uns durch den Nebel. Es ist, als wäre die Natur hier ein bisschen lauter, wilder und schöner als anderswo. Wir spazieren gemeinsam mit unserem brasilianischen Experten Nelson entlang. Und dann sehen wir die ersten Helikopter über den Fällen kreisen – Zeit also für das nächste Abenteuer. Per Helikopter fliegen wir über die einzigartigen Wasserfälle.  Wir steigen ein, die Rotoren beginnen sich zu drehen – und dann heben wir ab. Der Helikopter gewinnt schnell an Höhe, und schon breitet sich der Dschungel unter uns aus. Plötzlich sehen wir sie: die Iguaçu-Wasserfälle. Ein riesiges, weißes Band aus schäumendem Wasser, das sich durch das grüne Paradies zieht. Aus der Luft wirkt alles noch beeindruckender. Die Gischt steigt hoch, Regenbögen schweben über den Fällen, und die Teufelsschlucht reißt wie ein gewaltiger Krater den Fluss auf. Wir fliegen eine Kurve, und für einen Moment scheint es, als würden wir direkt über das tosende Wasser hinwegschweben. Es ist laut im Helikopter, aber wir sagen sowieso nichts – wir staunen nur. Ein unvergesslicher Blick auf eines der größten Naturwunder der Welt.

Unser Quartier nehmen wir im Belmond Hotel Cateratas, dem mit Abstand besten Haus und dazu direkt an den Wasserfällen. Tja, wie sagt der Schumann Chef immer: nur das Beste für unsere Gäste. Und das ist hier wirklich so – großzügige Zimmer in einem stilvollen Palast. Kulinarisch einfach großartig. Egal ob vom Buffett oder als Menü. Doch darauf komme ich nochmal zurück.

Wir nehmen uns Zeit für die Naturwunder der Wasserfälle. Staunen aus allen Perspektiven. Aus der Luft, von Brasiliens Seite und fahren auch nach Argentinien. Immer wieder verändert sich das Bild. Wir besuchen wie bereits erwähnt zuerst die brasilianische Seite. Hier haben wir den perfekten Panorama-Blick. Von den Aussichtspunkten sehen wir fast alle Wasserfälle auf einmal – ein gewaltiges Naturschauspiel, das sich wie ein riesiger Halbkreis vor uns auftut. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Teufelsschlucht. Aus der Ferne wirkt sie wie ein brodelnder Abgrund, aus dem Gischt in den Himmel steigt. Wir machen unzählige Fotos – hier geht es um das große Ganze, um die pure Größe und Schönheit der Fälle. Am nächsten Tag sind wir auf der argentinischen Seite – und es ist ein völlig anderes Erlebnis. Hier stehen wir plötzlich mittendrin. Wir laufen über Stege, direkt über reißendes Wasser, kommen den Fällen ganz nah. Manchmal spritzt uns die Gischt ins Gesicht, und wir hören nur noch das Donnern. Wir spüren die Kraft des Wassers, als wären wir selbst Teil davon. Der Höhepunkt: Wir stehen direkt an der Kante der Teufelsschlucht. Unter uns tobt das Wasser, und wir können kaum glauben, wie tief es hinuntergeht. Beide Seiten sind atemberaubend – die brasilianische mit dem weiten Blick, die argentinische mit dem intensiven Erlebnis. Zusammen ergeben sie ein unvergessliches Abenteuer.

„Einst war es das größte Wasserkraftwerk der Welt. Heute immerhin das größte außerhalb Chinas. „Itaipu“ stammt aus der indigenen Sprache Guaraní und bedeutet etwa „singender Stein“ oder „klingender Fels“. Schon von weitem sehen wir die gewaltige Staumauer von Itaipú – sie ragt wie eine graue Festung in die Landschaft. Wir stehen davor und sind sprachlos: Über 190 Meter hoch und fast 8 Kilometer lang. Es ist kaum zu fassen, dass Menschen so etwas gebaut haben. Dann geht es hinein – tief in das Innere der Anlage. Hier unten ist es kühl, der Beton um uns herum wirkt mächtig und still. Man nennt diesen Teil der Anlage nicht umsonst die „Kathedrale“. Die hohen, gewölbten Gänge erinnern tatsächlich an eine Kirche – nur dass hier nicht gebetet, sondern Energie erzeugt wird. Wenig später stehen wir vor den riesigen Turbinen. Sie brummen leise, doch wir wissen, welche Kraft in ihnen steckt: Eine einzige davon kann eine ganze Stadt mit Strom versorgen. Es ist faszinierend zu sehen, wie das Wasser des Paraná-Flusses hier in pure Energie verwandelt wird. Dieser Ort ist ein technisches Wunder – und doch wirkt er irgendwie ehrfürchtig. Als würden Naturgewalt und Ingenieurskunst hier Seite an Seite arbeiten.

Heute zaubern die Köche des „Cateratas“ uns ein absolutes Feinschmeckermenü. Eine kulinarische Reise durch Brasilien in 12 Gängen. Noch heute kann ich die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen auf meiner Zunge schmecken. Die Früchte des Urwaldes kombiniert mit feinem Fleisch der Steppen, feines Gemüse aus dem Landesinneren und den Fischen des Amazonas und des Meeres. Was für ein Fest!

Dem Komfort unseres Belmond Palastes folgt nun das Abenteuer Amazonien. Die nächsten 4 Tage wohnen wir inmitten des Regenwaldes an den Ausläufern von Amazonas und Rio Negro. Statt luxuriösen Hotelzimmern nun spartanisch eingerichtete naturnahe Holzhütten. Doch zunächst landen wir in der Millionenmetropole Manaus. Unser Guide, ein echter Naturbursche und Umweltschützer, holt uns am Flughafen ab. Seine indigene Frau hat er auch dabei.

„Ende des 19. Jahrhunderts boomte Manaus durch Kautschuk. Die Stadt wurde plötzlich superreich. Die Kautschukbarone waren die reichen Unternehmer, die vom Kautschukhandel profitierten. Sie wollten zeigen: Manaus ist eine moderne, große Stadt – mitten im Dschungel! Also bauten sie das Teatro Amazonas. Ein prachtvolles Opernhaus, mit Marmor aus Italien, Kronleuchtern aus Frankreich und Fliesen aus Portugal. Das Theater sollte Glanz und Kultur zeigen – Luxus pur inmitten des Amazonas. Es war das Herz der reichen Stadt. Doch der Kautschukboom endete wieder. Die Barone verloren ihr Geld, Manaus wurde ruhig. Das Theater aber blieb – ein echtes Symbol für den alten Reichtum und die Kultur von Manaus. Heute strahlt es wieder und zieht Besucher aus aller Welt an.“ erzählt uns unser brasilianische Freund.

Das Amazon Village erreichen wir per Boot – unser erstes kleines Abenteuer. Der Zusammenfluss von Rio Negro und Amazonas offenbart die Geheimnisse der beiden Flüsse. Die unterschiedlichen Farben kommen von der Zusammensetzung des Wassers: Der Rio Negro hat dunkles Wasser, weil es viele organische Stoffe wie Blätter und Pflanzenreste enthält, die das Wasser fast schwarz erscheinen lassen. Der Amazonas dagegen führt viel Sediment und feinen Schlamm aus den Anden mit, was das Wasser trüb und hellbraun macht. Deshalb sieht man bei der „Zusammenkunft der Wasser“ den starken Farbkontrast!

In unserer Dschungellodge angekommen begrüßt uns der Eigentümer persönlich. Er erzählt, dass sich auch hier im Regenwald das Klima verändert. Die Hochwasser werden extremer, die Trockenzeiten länger. Mit dem letzten Hochwasser wurden einige der Hütten weggeschwemmt. Überall können wir die Schäden noch sehen. Ich fühl mich dennoch sehr wohl hier inmitten der Natur. Mein Bett ist prima, Bad und WC sind sauber – was will ich mehr. Und auch das Essen, täglich frisch bereitet, kann meinen verwöhnten Gaumen erfreuen. Am nächsten Morgen beginnt für uns das Abenteuer Amazonas Regenwald. Und zwar zu Fuß. Es soll ja das mit Abstand artenreichste Gebiet auf unserem Planeten sein. Nur blicken lässt sich kaum ein Tier. Ich vermute mal, die Tiere des Waldes sehen und vor allem hören uns schon. Nun gut – dafür erfahren wir interessante Details zur Fauna hier. Die reinste Naturapotheke – gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Und dann entdecken wir noch die größten Ameisen der Welt – auch sehr beeindruckend. Nach dem Mittagessen steigen wir in die schlanken Boote. Safari mit motorgetriebenen Kanus. Was für eine großartige Landschaft. Und heute zeigen sich auch einige tierische Vertreter. Ein Dreizehenfaultier hängt in einem Baumwipfel ab. Affen streiten sich um Früchte und bunte Vögel flattern umher. Und dann folgt sogar ein „erfrischendes“ Bad im Fluss. Wobei man erfrischend nicht wörtlich nehmen darf bei gut 30°C Wassertemperatur. Dann, der Nachthimmel hat sich über den Urwald gesenkt, gehen wir nochmals auf Tour mit den Motorbooten. Kaimane wollen wir sehen. „Wir sehen zuerst die Augen blinken, wie kleine Kohlen in der Nacht glühen sie, wenn wir die Kaimane aufspüren und anleuchten“. Doch keine Kohlen glühen, noch nicht mal ein kleiner Funken. Also keine Kaimane heute. Müde falle ich in mein Bettchen und lausche dem Orchester des Waldes. Heute stehen mehrere Besuche an. Am Vormittag schauen wir bei einer indigenen Großfamilie vorbei. Wollen schauen, wie das Leben in und mit der Natur so ist. Schon der Weg dorthin war einfach großartig. 100 Schattierungen von grün, Bäume und Sträucher wachsen aus dem Wasser und sorgen für fantastische Spiegelungen. Wir fahren mit unseren Kanus durch eine Märchenwelt. Dann sind wir da. Über einen Bretterweg hinauf zum Haus. Was wird gekocht? Was bauen die Menschen an und von was leben Sie hier? Fragen auf die wir hier Antwort finden. Die Haustiere der Familie sind die Stars des Tages. Papageien groß und Klein buhlen um das Zutrauen von uns Menschen.

 

 

„Piranhas sind Fische, die in den Flüssen Südamerikas leben. Sie haben sehr scharfe Zähne und ein starkes Gebiss. Oft schwimmen sie in Schwärmen, damit sie sich besser vor Feinden schützen können. Piranhas fressen meist andere Fische, Insekten oder Pflanzen. Obwohl sie gefährlich aussehen, greifen sie Menschen nur selten an. Eigentlich gar nicht. Wir wollen Angeln gehen – und zwar Piranhas“ meint der Berufsurlauber am Nachmittag. Im „Fanggebiet“ angekommen bekommen wir jeder eine Angel und müssen das Wasser peitschen. Als Köder verwenden wir feinstes Rindfleisch. Das schmeckt den Fischen und meist knabbern die es gekonnt ab, ohne Gefahr gefangen zu werden. Doch endlich zappelt der erste an der Angel eines unserer Kanukapitäne. Und dann noch einer und noch einer. Also eine kleine Ausbeute gibt es und die wollen wir nun auch verspeisen. An der nächsten Flusskneipe machen wir Rast und lassen unseren Fang braten. Viel ist ja nicht dran an den kleinen Fischen. Doch es schmeckt ziemlich lecker das Fleisch der kleinen Biester.

Kontraste pur. Gerade noch im Urwald, sind wir ein paar Flugstunden später in einer völlig anderen Welt. Brasília, die Hauptstadt Brasiliens, wirkt wie eine Stadt aus der Zukunft. Sie wurde in den 1960er-Jahren am Reißbrett geplant und besticht durch ihre modernen, klaren Formen. Der Architekt Oscar Niemeyer entwarf Gebäude mit geschwungenen Linien, großen Glasflächen und mutigen Betonbauten, die fast wie Skulpturen wirken. Besonders bekannt hat es mir der Kongresspalast mit seinen zwei Türmen und die Kathedrale, deren weiße Bögen wie Hände in den Himmel ragen angetan. Die ganze Stadt ist so angelegt, dass sie aus der Luft wie ein Flugzeug aussieht oder wie ein Engel mit ausgebreiteten Armen. Ein paar Stunden in der modernsten und ikonischsten Stadt des Landes. Modern wohnen wir auch und speisen fürstlich.

„Morgen erreichen wir Ilheus – unser Urlaub auf der Farm steht an. Kein Luxus mehr, mehrere Gäste teilen sich ein Bad, wohnen inmitten der Fazenda Almada. Eine Kakaoplantage, das Herrenhaus steht unter Denkmalschutz. Campingplatzatmosphäre sozusagen“ eröffnet uns der Schumann Reisen Chef. Ooooh – da sind nicht alle Gäste begeistert. Toilette und Badezimmer teilen, was erwartet uns da bloß. Ich bin gespannt.

Das Abenteuer beginnt schon auf dem Flughafen in Saó Paulo. Strom weg, Anzeigetafeln aus, dunkel und wieder hell, kein Abflug mehr, dann doch. Leichtes brasilianisches Chaos am größten Airport des Landes. Das sorgt für Verspätung und so erreichen wir Ilheus bei Dunkelheit. Der Weg ist schlammig. Manch weißer Schuh ist nun eher braun. Glücklicherweise wird unser Gepäck mit dem Pick up transportiert, manche meiner Mitreisenden nutzen diesen Service auch als Shuttle zur Farm. Ich bin dann doch überrascht. Die Bungalows sind hübsch eingerichtet, großzügig und sauber. Lediglich die Organisation mit Bad und WC erfordert einige Absprachen unter uns Gästen. Doch alles ist schnell geklärt und wir treffen uns zum Abendessen im altehrwürdigen Farmhaus. Mittlerweile haben sich auch Axel Brümmer – der Weltumradler und Abenteurer (heute ist er vor allem ökosozial mit den Projekten von global social unterwegs) – und Markus Mauthe der Fotograf und Buchautor – zu uns gesellt. Axel ist ein gefragter Gesprächspartner. Alle wollen einfach alles von ihm wissen. Verständlich, denn Axel hat viel zu erzählen.

Am nächsten Tag geht´s ins Dorf der ehemals Landlosen. Das Vorzeigemodell, dass seit 2021 durch die Arbeit von GlobalSocial-network e.V. im Mata Atlantica in Brasilien entsteht, bedeutet eine große Veränderung und Zukunftsperspektive für die Menschen der Gemeinde (500 Einwohner) und darüber hinaus. Durch den Bau des „Centro Socio Ambiental“ erhalten ehemals Landlose und Vertrieben eine zweite Chance in ihrem Leben. Es handelt sich bei dem Gebiet um 800 ha Land, zum Teil mit atlantischem Regenwald, das den ehemals Landlosen mit entsprechenden ökologischen Auflagen zur Nutzung und zum Erhalt übergeben wurde. Es entstand eine Dorfgemeinschaft, die weithin als „Leuchtturm“ betrachtet wird.

Auch Schumann Reisen engagiert sich hier, für Bau und Betrieb der Schule und des sozialen Zentrums, für den Erhalt des Atlantischen Regenwalds hier und den so wichtigen Cabruca Kakaoanbau. Nun nehmen wir das persönlich in Augenschein. Doch zunächst einmal gibt es, wie bei Schumann Reisen üblich, zu Essen und zu Trinken. Reichlich haben die Dorfbewohner aufgetischt. Lokale Spezialitäten frisch zubereitet. Dazu frischen Saft und kaltes Bier. Axel Brümmer erzählt von der Wichtigkeit und dem Modellcharakter des Projekts. Die Lehrerin und einige Kinder bringen uns ein Ständchen. Ein wenig Wandern gehen wir auch, entlang des Flusses und des Regenwalds. Immer wieder großartige Fotomotive mit Menschen und Natur, Begegnungen auf Augenhöhe. Ein wundervoller Tag, authentisch und spannend. Und Bäume pflanzen wir auch, und zwar genau die, die hierhergehören. Am Ende des Tages BBQ auf der Fazenda Almeda, Wein dazu und Bier natürlich, Caipirinha vom Feinsten und Liköre im Dorf selbstgemacht. Ein lustiger Abend – vergessen die Umstände und Schwierigkeiten mit Bad und WC.

Nach Salvador fahren wir per Bus, Landpartie ist angesagt. In Cachoeira pausieren wir direkt am Fluss. Heute ist Pizza angesagt, unkompliziert und dennoch lecker. Cachoeira liegt malerisch am Fluss Paraguaçu und ist bekannt für ihre gut erhaltene Kolonialarchitektur. Die Stadt spielt auch eine wichtige Rolle in der brasilianischen Geschichte und Kultur, besonders durch Feste und afro-brasilianische Traditionen. Denn um diese Traditionen um diese Kultur geht es auch die nächsten Tage. In Salvador angekommen – wieder Kontraste pur. Eben noch Urlaub auf dem Bauernhof landen wir wieder im ersten Haus am Platz. Ein kolonialer Palast für uns Gäste. Und genauso üppig fällt auch das Abendessen aus. Fantastische Küche, edle Weine.

Salvador de Bahia ist das Herz der afrobrasilianischen Kultur. Die Stadt war im Kolonialzeitalter ein wichtiges Zentrum des Sklavenhandels, weshalb afrikanische Traditionen hier besonders stark weiterleben. In der Altstadt spüren wir die Geschichte zwischen kolonialen Häusern, Kirchen und Plätzen. Afrikanische Rhythmen, Capoeira und die große Kathedrale prägen das Stadtbild und machen Salvador zu einem einzigartigen kulturellen Mittelpunkt Brasiliens. Der Pelourinho war im Zeitalter der Sklaverei das Zentrum der kolonialen Macht. Hier standen die Säulen, an denen versklavte Menschen zur Abschreckung öffentlich bestraft wurden – das Wort „Pelourinho“ bedeutet deshalb „Pranger“. Was für eine schwarze Zeit der Menschheit.

Wir besuchen die wichtigsten Stationen Salvadors. Altstadt, Kathedrale und altes Kloster. Zwischendurch zünftiges Mittagessen. Am Nachmittag sind wir in der Capoeira Schule von Leonis, einem der engsten Freunde von Axel. Ein ganz lieber emphatischer Mann, gutaussehend noch dazu, sportlich und muskulös – so wie Axel mit einem Riesenherz! Hier erwartet uns eine ganze Meute Kinder und Jugendlicher, die meisten Afrobrasilianer. Sie wollen uns zeigen, was Sie gelernt haben, beim Meister Leonis. Und wir erleben Capoeira vom Allerfeinsten, authentisch, wild und akrobatisch. Dann geht´s mit den Kindern zum Strand. Es ist einfach toll den Mädchen und Jungen zu zuschauen. Sie wirken glücklich und ausgelassen – so wie es sein muss. Der Tag war klasse. Und zum Finale: Abendessen mit Trommeln von Salvadors Kathedrale.

Mit einem tränenden und einem lachenden Auge verlasse ich Salvador. So eindrucksvoll waren die Tage hier in Bahia, so ans Herz gewachsen sind mir die Menschen und vor allem die Kinder. Doch nun erwartet uns wieder Rio de Janeiro. Hier schließt sich der Kreis. Copacabana, Samba Show und Zuckerhut. Nochmal zwei ausgelassene Tage in einer der eindrucksvollsten Städte der Welt. Und ja, auch hier steigen wir nun ab im besten Hotel, was Rio, vielleicht sogar ganz Brasilien zu bieten hat. „Copacabana Palace“ – ein ehrwürdiges Haus. Künstler und Könige, Stars und Sternchen, Weltmeister und Präsidenten – das Haus hat sie alle gesehen. Die große Prominenz gibt sich hier die Klinke in die Hand. Nun also auch wir, die Schumann Gäste.

Das Finale in Rio ist rasch erzählt. Kulinarische Genüsse wechseln sich ab mit Kulturellen, Natur mit Lebensfreude. Samba Show vom Feinsten, eine kulturelle Reise durch Brasilien. Kulinarischer Abschlussabend im Churrascaria Palace, eine kulinarische Reise durchs Land und Stunden am Strand der Copacabana. Grande Finale: die Vogelperspektive vom Pão de Açúcar, dem weltbekannten, ikonischen Zuckerhut. Und dann noch höher hinaus, per Helikopter bis zum Corcovado mit der Christusstaue.

Was für eine Reise geht nun zu Ende – voller Kontraste, voller Überraschungen, voller großartiger Begegnungen. Und es sind die Menschen des Landes, die mir unvergessen bleiben.

Grande Brasil, voltarei – Großartiges Brasilien, ich komme wieder!

 

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