Cornwall – oder die Reise ins Rosamunde Pilcher Land
Traumurlaub auf Pentillie Castle
Cornwall – oder die Reise ins Rosamunde Pilcher Land
Es ist so etwas wie ein kleines Jubiläum, zum 10. Mal bewohnen Schumann Gäste Pentillie Castle. Das wird mir erst am Vorabend unserer Reise klar. Ich erzähle das meiner Frau Kerstin - wir wollen es erst gar nicht glauben. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Morgen geht´s auf unsere alljährliche Reise ins Rosamunde Pilcher Land. Dank ihrer zahlriechen Liebesromane und der Verfilmungen im ZDF ist Cornwall bei uns Deutschen ein Sehnsuchtsziel geworden. Oft genug reisen Millionen Deutsche am Sonntag abends mit in prächtige Herrensitze, üppige Blumengärten und in urige Pubs, sie fahren über enge Straßen entlang steiler Klippen und genießen Cream Tea und Corniche Eiskrem.
Von Pentillie Castle hörte ich aus den Rosamunde Pilcher Filmen. „Im Zweifel für die Liebe“ – so heißt einer der älteren Streifen. Pentillie Castle ist Hauptdrehort. Ein magischer Ort, so magisch, dass die Regisseure den originalen Namen auch im Spielfilm verwendeten. Eine einmalige „Ehre“. Und so machte ich mich vor nun mehr als 10 Jahren auf die Suche nach Pentillie Castle. Meine Recherchen ergaben, dass ein gewisser James Tillie vor über Jahren hier ein prächtiges Anwesen errichten ließ. Einige Generationen später ging der Besitz an Ted Coryton und seine Familie über. Freilich in einem beklagenswerten Zustand und erst nach Zahlung mehrerer Millionen Pfund Erbschaftssteuer. All das erfuhr ich während meines ersten Besuchs bei Ted. Stolz präsentierte er mir das „neu erstandene“ Pentillie Castle. So wie im Film. Stilvoll, authentisch, eine Wohlfühloase. Nach einigen Tassen Tee waren wir uns einig. Fortan soll Pentillie Castle einmal pro Jahr ein Schumann Reisen Schloss sein. So begann die Story „Cornwall exklusiv – Sommertraum im Schloss“.
Unseren Reisebus steuert Dennis Meyer die nächsten Tage. Ein versierter Buspilot, der gleichzeitig ein „Service – Gen“ sein Eigen nennt. Schon die letzten beiden Jahre bildeten wir ein Pentillie Team: Kerstin, Tino und Thomas Schumann – und als Buspilot eben Dennis Meyer. Vier Reisebegleiter für 18 Gäste – ein durchaus luxuriöses Verhältnis. Weshalb? Darauf komme ich später noch zu sprechen.
Frühmorgens starten wir am Storchennest. Unterwegs noch drei Zustiegsstellen, dann sind wir komplett. „Unser erstes Etappenziel wird Scheveningen sein. Nordseestrand und Willkommensdinner“ erklärt der Berufsurlauber den Gästen. Vorbei an Kassel und dem Ruhrgebiet erreichen wir bei Arnheim das Königreich der Niederlande. Schon am Nachmittag spazieren wir auf Schevenings Nordseepromenade. Hier reihen sich Betonklötze aneinander, Apartments und Hotels. Daneben Kunstobjekte und das Kurhaus aus der Zeit des Belle Époque. Sonnenschein und Meeresprise – herrlich der Auftakt. Im Beachrestaurant Werelds laden wir zum Welcome Dinner. Austern und Weißwein, feiner Fisch und zartes Gemüse. Kulinarischer Genuss zum Auftakt. In Hoek van Holland läuft derweil Stena Hollandica in den Hafen ein. Hier gehen wir am Abend an Bord. Über Nacht nach England – Harwich ist unser Ziel.
Passkontrolle und Zoll. Die Britten nehmen es manchmal ziemlich genau seit dem BREXIT. Fleisch und Käse, Wurst und Milch ist tabu, auch nicht für den privaten Verzehr. Nun ja – für unser Schloss kaufen wir ohnehin frisch und regional. Doch was machen wir auf dem Weg von Harwich nach Cornwall? Geflügelwurst und Obst, Gemüse und Brot. Kaffee sowieso – und so lässt sich auf dem Weg nach Winchester, unserem nächsten Etappenziel, doch ein schmackhaftes Frühstück zaubern.
Bereits gegen 11 Uhr erreichen wir die alte Hauptstadt. Winchester – Englands alte Krone. Einst Hauptstadt des Königreichs Wessex, bewahrt Winchester bis heute den Geist der frühen englischen Geschichte. Über allem erhebt sich die mächtige Kathedrale – ein Ort von stiller Würde und faszinierender Schönheit. Hier wirkte Alfred der Große, der legendäre König, der England einen Grundstein gab. Geschichte und Legende gehen in Winchester Hand in Hand – spürbar in jeder Straße, jedem Stein. Die Kathedrale von Winchester ist eine der längsten gotischen Kirchen der Welt – fast endlos scheint das Mittelschiff. Licht fällt durch hohe Fenster und spielt über jahrhundertealten Stein. Hier ruhen Könige, Bischöfe und Dichter, darunter die berühmte Schriftstellerin Jane Austen. Vor allem ist Winchester Cathedral für mich das eindrucksvollste Beispiel normannischer Kirchenbauweise. Mächtig, wehrhaft und ein wenig angsteinflößend.
Am Nachmittag bleiben Stunden für individuelle Entdeckungen. Altstadt und College, Friedhof oder Museum. Quartier nehmen wir im Winchester Hotel am Rande der Altstadt. Ganz in der Nähe King Alfred Pub – hier gibt es heute unser first english Dinner. Alles vom Bauern und Pie des Tages. Dazu Pale Ale – englisches Bier aus dem Fass gepumpt.
Stonehenge – Kreis aus Rätseln – der weltberühmte Steinkreis. Wie Wächter einer längst vergangenen Zeit ragen die gewaltigen Steine in den Himmel. Nebel umhüllt manchmal den uralten Kreis und macht ihn noch geheimnisvoller. Niemand weiß bis heute genau, wozu er diente – Kult, Kalender, Heiligtum? Stonehenge bleibt ein mystisches Rätsel, das seine Besucher in Bann zieht. Wir erleben die Kultstätte bei strahlendem Sonnenschein. Beeindruckend und zauberhaft!
Unterwegs nach Cornwall passieren wir die Grafschaften Sommerset und Devon. Zwischendurch Obst und feine Tropfen im Glas. Sekt aus der Naumburger Manufaktur – ein feines prickelndes Getränk. Endlich erreichen wir Pentillie Castle. Wir fahren die lange Einfahrt hinunter, mehr als 1km lang. Fasane kreuzen den Weg, auf den Wiesen grasen braune Rinder und im Tal recken üppig grüne Bäume Ihre Äste gen Himmel. Dann folgt der riesige parkähnliche Schlossgarten und Pentillie Castle kommt in den Blick. Auf dem Platz schaut Sir James Tillie vom Sockel und zwinkert mir zu. Wir kennen uns schließlich seit Jahren schon. Schnell sind die Kemenaten und Suiten bezogen, die Koffer verteilt und wir versammeln uns im Speisesaal. Kleines Begrüßungsabendessen. Pasta mit Lachs und feine Creme als Dessert. Frisch zubereitet in der Schlossküche von Tino Schumann und seiner Mutti Kerstin. Serviert wird durch den Berufsurlauber und unseren Buspiloten. Nun ist auch allen klar, weshalb diesmal vier Reisegeister mit auf Tour gegangen sind. Das Schloss ist vollständig in Schumann´s Hand – Schlossherren und -damen – Schlossgeister auf Zeit.
Gong- gong -gong! So wird im Schloss zu den Mahlzeiten gerufen. In diesem Fall früh um halb acht. Es duftet nach Kaffee, frisch gebackenen Brötchen und warmen Brot. Das Buffet ist reich gedeckt. Käse aus Cornwall und anderen Regionen, Wurst und Schinken von regionalen Farmen, Eierspeisen frisch zubereitet oder Fischspezialitäten, Marmeladen und Honig, Obst und Joghurt – kurz gesagt, alles, was das Frühstücksherz so begehrt. Und das wird die nächsten Tage genau so sein. Schlossfrühstück vom Allerfeinsten.
Draußen steht unser Reisebus bereit zur ersten Exkursion. „Good Morning everybody. Unser erstes Ziel heute ist Mount Edcumbe. Eines der frühesten Beispiele eines Herrensitzes, der nicht der Verteidigung dient. Ein Refugium voller Licht und Großzügigkeit. Dazu ein Garten und ein Park. Dorthin gelangen wir auf der Military Road mit bestem Ausblick auf die spektakuläre Steilküste Cornwalls.“ begrüßt Schlossgeist Thomas Schumann. Und dann geht´s auch schon los. Wir passieren den wohl kleinsten Kreisverkehr der Welt, umfangreiche Verteidigungsanlagen und eine pittoreske Küstenstraße. Immer wieder faszinieren die großartigen Panoramen aufs Meer, über die Felder und Wiesen hinüber in die Bucht von Plymouth.
Zwischen alten Eichen und gepflegten Gärten erhebt sich das Anwesen Mount Edgcumbe majestätisch über der Bucht von Plymouth. Prächtige Parkanlagen, exotische Pflanzen und verschlungene Wege laden zum Entdecken ein. Vom Herrenhaus schweift der Blick weit hinaus aufs Meer – ein Panorama, das seit Jahrhunderten Adlige wie Besucher verzaubert. Hier verbinden sich Natur, Geschichte und Eleganz zu einem Ort voller Atmosphäre. Das Herrenhaus wird heute exklusiv für die Schumann Gäste geöffnet. Wir dürfen jeden Raum besuchen. Wertvolle Gemälde und historische Artefakte zieren die Wände. Wir tauchen ein in eine längst vergangene Zeit.
Sanfte Wege führen uns anschließend vorbei an uralten Bäumen, gepflegten Blumenbeeten und grünen Rasenflächen, die sich weit ins Land öffnen. Immer wieder blitzt durch das Laub der Blick auf die Bucht von Plymouth. Schließlich erhebt sich die Orangerie – hell, elegant und einladend –, heute ein Ort der Ruhe und Einkehr, der den Charme vergangener Jahrhunderte bewahrt. Hier kehren wir zu Cornishen Leckereien ein. Unser Ziel am Nachmittag heißt Looe, das Charmantes Fischerdorf am Meer. Enge Gassen winden sich zwischen weißen Cottages, und der Duft von frischem Fang liegt in der Luft. Im Hafen schaukeln die Boote sanft auf den Wellen, während Möwen ihre Rufe über die Dächer tragen. Bei Ebbe zeigt sich der breite Strand, bei Flut glitzert das Meer bis an die Kaimauern. Looe bewahrt seinen urigen Charakter – lebendig, maritim und voller Geschichten.
Zurück im Schloss geht es kulinarisch weiter.
Die Vorspeise - Gartensalat mit gratiniertem Ziegenkäse aus Hampshire
Der Hauptgang - Medaillons vom Cornischen Hausschwein als Ragout im Pilztopf, dazu Kartoffelstampf
Das Dessert - Nachtisch der Saison
Zubereitet von Schumann´s Schlossgeisterteam und serviert vom Berufsurlauber und unserem Buspiloten.
Am nächsten Tag stehen Lanhydrock und Cothele auf unserem Ausflugsprogramm. Zwischendurch Einkehr im Pub „How´d have thought it inn“. Na ich bin gespannt. Eingebettet in sanfte Hügel und alte Eichenwälder liegt Lanhydrock, eines der eindrucksvollsten Landsitze Englands. Das viktorianische Herrenhaus öffnet ein Fenster in die Vergangenheit – von prachtvollen Salons bis zu den stillen Dienstbotenkammern. Farbenprächtige Gärten umrahmen das Anwesen, im Sommer übersät mit bunten Blumen. Wer hier wandelt, spürt die Eleganz vergangener Zeiten und die Ruhe einer Landschaft, die bis heute verzaubert. Der Garten erscheint mir wie aus einem alten Märchenbuch entsprungen. Unbeschreiblich schön. Hunderte Fotos später wandeln wir auch hier durch die zahllosen Räume. Spannend, wie sich der Geschmack und die Einrichtung der Herrschaften über die Jahrhunderte wandelt. Doch die Gärten und Parks sind hier meine Favoriten.
Im Pub werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Nicht oft hat man hier eine Gruppe deutscher Gast zu Gast. Es dauert ein wenig, bis alles serviert wird. „Ich habe noch nie einen anderen Reisebus gesehen, der sich nach Cothele traut. Es gibt nur einen Weg und der ist richtig eng.“ - meint Dennis Meyer unser Buspilot. Und tatsächlich, die Hecken umschließen den gesamten Reisebus. Wie ein grüner riesiger natürlicher Tunnel. Ohje und jetzt gibt es auch noch Gegenverkehr. Ausweichstellen gibt es kaum. Und so müssen die entgegenkommenden Autos oder wahlweise wir immer wieder zurückfahren, um uns dann aneinander vorbei zu zwängen. Manchmal passt kein Blatt dazwischen. Doch wir erreichen pünktlich Cothele Castle.
Cotehele – Zeitreise ins Mittelalter. Über dem Tal des Tamar erhebt sich Cotehele, ein uraltes Herrenhaus, das noch immer den Charakter einer mittelalterlichen Burg trägt. Dicke Steinmauern, dunkle Holzbalken und geheimnisvolle Räume lassen die Vergangenheit lebendig werden. In den Gärten blühen Rosen, und von den Terrassen öffnet sich ein weiter Blick ins grüne Tal. Cotehele ist kein prunkvoller Palast, sondern ein stiller, authentischer Ort – voller Geschichte, Atmosphäre und Geschichten zum Weiterträumen. „Hier lebten bis zum Neubau von Mount Edcumbe die Edcumbs. Was für ein Unterschied – hier das wehrhafte burgähnliche Castle und gestern Mount Edcumbe: lichtdurchflutet fast filigran.“ So Thomas Schumann. Als erstes besuchen wir die große Halle. „Erinnern Sie sich an das Bild mit den Hörnern von gestern? Die Empfangshalle hier präsentiert sich nahezu unverändert – wie vor Jahrhunderten. Die Edcumbs behielten Cothele und nutzten es kaum. Daher wurde es nie umgebaut und präsentiert sich noch heute mittelalterlich. Für mich gibt es kein besseres Beispiel eines mittelalterlichen Herrenhauses in ganz England“. Da hat der Berufsurlauber wohl recht. Auch ich bin beeindruckt. Doch vor allem faszinieren mich wieder die wundervollen Gärten. Gruppenfort mit Naumburger Sekt auf den Stufen des Terrassengartens. Zurück in unserem Schloss Pentillie freuen wir uns auf heutige Dinner. Ich habe schon die Speisekarte gelesen: Frisch & Fisch heißt das kulinarische Thema.
Die Vorspeise: Blattsalat mit Avocadocremé und Jakobsmuscheln aus Looe Kleines Gurken - Gazpacho mit Atlantik Garnele
Der Hauptgang Filet vom John Dory (Petersfisch oder auch Königsmakrele) aus Looe an cornischen Lauch und dazu Reis
Das Dessert Variation von Cornich Creme
Und es ist wirklich ein Fest. Kulinarischer Hochgenuss gezaubert von den Schlossgeistern von Pentillie.
St Michael’s Mountin Cornwall und Mont Saint-Michel in der Normandie teilen ein besonderes Erbe: Beide sind Inselburgen, die wie aus dem Meer gewachsen wirken, mit einem historischen Dorf am Fuß und einem ehrwürdigen Herrenhaus oder Kloster oben. Der Vergleich als „Schwester“ kommt nicht von ungefähr – Architektur, Lage und Nutzung erinnern stark an das französische Vorbild. Doch während Mont Saint-Michel imposant und massiv in der Normandie aufragt, wirkt St Michael’s Mount intimer, gemütlicher und voller englischer Eigenheiten. Über dem Felsen thront das Herrenhaus, dessen steinerne Mauern Geschichten aus Jahrhunderten erzählen. Unterhalb liegt das kleine Dorf, still und charmant, das bei Ebbe über den Damm erreichbar ist. Und dann sind da die Gärten: geschützt, windumtost, farbenfroh und ein absolutes Highlight. Sie verbinden die raue Kraft des Meeres mit der zarten Schönheit exotischer Pflanzen – ein Ort, der Geschichte, Natur und Meerblick in perfekter Harmonie vereint. Zur Insel gelangen wir noch zu Fuß – es ist Ebbe im Kanal. Am Nachmittag dann umgibt das Meer meterhoch die Insel. Nun bringen uns Boote zurück. Per Bus nach Lands End. Stimmungsvolle Einkehr im Last and First Inn. Einst war diese Gegend ein Paradies für Schmuggler – so auch der Pub hier. Einige Biere später nach dem deftigen Essen fahren wir zum Lands end. Hier findet England sein Ende oder den Anfang, ganz nach Perspektive. Sturmumtost, steile Klippen und das Meer unter uns.
Heute klingelt mein Wecker schon um halb sechs am Morgen. Draußen erwacht der Tag. Wir fahren wieder ans westliche Ende Cornwalls, diesmal zum Flughafen Lands End. Wir wollen auf die legendären Scilly Inseln. Pünktlich bringen uns die kleinen Propellerflugzeuge nach St. Marys, die „Hauptstadt“ im Inselparadies. Die Scilly-Inseln liegen wie ein Juwel vor der Küste Cornwalls, ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu fließen scheint. Auf St Mary’s, der größten Insel, schlängeln sich schmale Wege durch blühende Wiesen und entlang wilder Klippen. Sandstrände laden zum Staunen über das glitzernde Meer ein, Möwen kreisen über den kleinen Häfen, und in den Dörfern spürt man den entspannten Rhythmus des Insellebens. Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt liegt Tresco, dessen berühmter Abbey Garden ein wahres botanisches Wunder ist. Exotische Palmen, bunte Blumen und duftende Sträucher wachsen hier Seite an Seite, geschützt vom rauen Atlantikwind. Überall entdecken wir kleine Pfade, versteckte Bänke und exotische Ecken – jeder Schritt offenbart neue Farben, Düfte und Ausblicke. Stundenlang wandern wir auf den verschlungenen Wegen. Verwöhnprogramm für Augen und Seele.
Kulinarisches Verwöhnprogramm nur kurze Zeit später. „Köstlichkeiten aus dem Meer der Scilly Inseln“ steht auf unserer Speisekarte. Lobster, Garnelen und Krabbenfleisch. Fisch, Salat und reichlich Weißwein dazu. Was für ein wunderbarer Tag. Am Nachmittag holt uns erneut eines der Boote ab. Seesafari! Seevögel tauchen nach Futter ins Meer. Ein Mondfisch zeigt seine riesigen Flossen. Robben schauen neugierig aus dem Wasser und Delphine durchpflügen das Meer. Zurück bringt uns die alte Fähre – ich such mir einen Platz auf dem Sonnendeck. Langsam verschwinden die Inseln am Horizont, neue tauchen auf – dazwischen Delfine, die nach Futter jagen. Eine kurzweilige Überfahrt. Nach knapp 3 Stunden laufen wir in den Hafen von Penzance ein. Noch ein kleines Abendessen und der Tag neigt sich dem Ende zu. Auf dem Rückweg im Bus fallen mir die Augen zu. Was für ein langer und doch fantastischer Tag.
Ausschlafen heißt es heute – Frühstück erst ab 8! Der Oberschloßgeist Ted Coryton erwartet uns um halb zehn zum Spaziergang im Garten. Geschichte und Geschichten aus alten Zeiten und dem Leben in England. Spannend allemal. Oben erwartet uns Sir James Tillie auf seinem Thron. Wie er seit Jahrhunderten genießen wir den Blick über den Tamar River hinüber nach Devon und die Hügel des Dartmoor.
Unser Reisebus bringt uns heute nach Plymouth. Im Bootshaus gibt es Fish&Chips. Lecker, dazu ein bernsteinfarbenes IPA – so lässt es sich leben. Wir sind dann 7 Gäste im Angelboot. Wir sollen fürs BBQ die Fische fangen. Sehr mühsam muss ich sagen, zunächst will nichts beißen und uns verlässt fast der Mut. Dann finden zwei Makrelen den Weg an die Haken. Bunt schillern sie im Sonnenlicht. Und dann, ich kann es kaum glauben, ein „riesiger“ Leng an der Angel des Skippers. Da ist das Abendessen sicher, so viel steht fest. Zurück im Hafen steigen wir um – in das große Tamar Flussschiff. Vorbei am Hafen der Navy, er ist der größte Marinestützpunkt in Europa, unterqueren wir die Brücken und tuckern den Tamar hinauf. Auf dem Hügel glänzt unser Pentillie Castle im Sonnenlicht. Dann passieren wir Cothele, das Mittelalterschloss der Edcumbs und schon kommt Calstock mit dem imposanten Viadukt in unseren Blick. Am privaten kleinen Hafen unseres Schlosses legen wir an. Aus dem Garten tönt leise Musik. „Swingology heißt unsere kleine Gartenfest Band. Seit Jahren spielen sie für unsere Gäste hier auf – so auch heute für Sie“ – das Schlossfest ist eröffnet. Sekt und Wein aus der Naumburger Manufaktur. Feines vom Cornischen Rind und Filets vom selbst gefangenen Fisch. Ein wundervoller Abend geht unter dem Sternenhimmel über dem Tamar zu Ende.
Heute gehe ich wandern. Erlebnisse nach Lust & Laune so das Motto des Tages. Als Gartenfan durchstreife ich stundenlang den großen Park von Pentillie, spaziere am Ufer des Flusses und schreibe im Reisetagebuch. Zwischendurch genieße ich die Köstlichkeiten der Schlossküche. Pasta zu Mittag, Kaffee und frisch gebackene Torte, Möhren Ingwer Suppe und Rinderfilet am Abend. Ein Tag für die Seele.
Eden Project – Garten der Superlative. Das Ziel unseres Tages heute. Riesige Biome ragen wie gläserne Kuppeln aus einer ehemaligen Kaolingrube. Hier wachsen tropische Pflanzen, Palmen und exotische Blumen unter kontrolliertem Klima. Besucher wandern durch Regenwald und mediterrane Landschaften, staunen über Farben, Düfte und die Vielfalt der Natur. Das Eden Project verbindet Bildung, Nachhaltigkeit und Staunen auf einzigartige Weise. Zurück im Schloss bereiten wir den Abschied vor. Abendessen mit Flussblick auf der Schlossterrasse. Ein wandelndes kaltes und warmes Buffet hat das Schumann Team gezaubert – wieder erstklassig, ein Genuss für den Gaumen.
Unser Frühstück genießen wir heute schon auf dem Weg gen Osten. Im Reisebus wird serviert. Zur Mittagszeit gibt es heiße Pasties, eine echt Cornische Spezialität. „Früher gab man diese Pasteten den Bergmännern mit. Den Dicken Rand konnte man auch mit den verschmutzten Händen fassen. Je nach den Möglichkeiten zu Hause wurden die Pasties gefüllt. Mit Käse, Gemüse und manchmal mit Fleisch.“ so erzählt es Thomas Schumann und beißt genüsslich ab von den leckeren Teigtaschen.
Kurze Zeit danach ist der Tunnel erreicht. Mit dem Bus fahren wir in die großen Waggons hinein. Dann spüren wir das Ruckeln des Zuges. Etwas mehr als eine halbe Stunde benötigt die Bahn. Der Eurotunnel verbindet England und Frankreich unter dem Ärmelkanal – eine Strecke von über 50 km, davon etwa 38 km unter Wasser. Er ist die längste Unterwasser-Eisenbahnverbindung der Welt. Der Eurotunnel verläuft maximal etwa 75 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Tunnelröhren liegen also rund 40 Meter unter dem Meeresboden des Ärmelkanals, was insgesamt die tiefste Unterwasserstrecke der Eisenbahn in dieser Region ausmacht. Der Tunnel gilt als technisches Meisterwerk, mit modernster Sicherheitstechnik und Belüftungssystemen. Er erleichtert den schnellen und direkten Austausch zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa.
Nun geht’s im Reisebus weiter. Brügge – das venezianische Kleinod Belgiens ist unser Ziel. Hier spielt das Reisefinale. Gepflasterte Gassen, Fachwerkhäuser und verwinkelte Kanäle machen Brügge zu einer Stadt wie aus dem Bilderbuch. Kleine Brücken führen über stille Wasserarme, an denen sich die alten Häuser spiegeln. Glockentürme, historische Plätze und versteckte Innenhöfe erzählen von Jahrhunderten Geschichte. Bei jedem Schritt spüren wir den Charme der Stadt – romantisch, lebendig und voller Geschichten. Mit Pferdekutschen erkunden wir die Stadt. Romantisch allemal. Zum Abendessen genießen wir Spezialitäten der Stadt mit Blick auf den schönsten Platz in Brugge – auf den Burg. Den Abend beschließe ich mit einem abendlichen Spaziergang durch das romantischen Brugge. Dann lege auch ich mein müdes Haupt zur ruh – im Grand Hotel Casselbergh haben wir Quartier genommen.
Der Rest ist schnell erzählt. Am 12. Tag der Reise geht es nach Hause. Unterwegs werden nochmals Köstlichkeiten gereicht. Diesmal aus der besten Confiserie von Brugge. Am Morgen frisch für die Gäste kreiert. Wie lecker. Dann fallen mir langsam die Augen zu. Und ich träume von den Tagen in Cornwall…
...und hier geht´s zur nächsten Reise. Ich bin jedenfalls wieder dabei. Ihr Berufsurlauber