Fahrt ins Blaue 2026
Frühling im Spreewald
Ein Reisebericht von Katrin Ziehm...
Tag 1 - ins Herz des Spreewalds
Wir starten am Freitag bei schönstem Sonnenschein – und mit einem kleinen Geheimnis. Es ging nämlich „ins Blaue“, und das Ziel blieb bis kurz vor Dresden streng unter Verschluss. Erst einmal mussten wir uns mit einem ordentlichen Frühstück stärken – schließlich lagen noch einige Überraschungen vor uns. Dann war es raus: Ziel Spreewald! Unser erster Zwischenstopp führte uns zum Besucherbergwerk F60 Förderbrücke, der der größten beweglichen Maschine der Welt. Am Fuße dieses gigantischen Stahlkolosses wurden wir mit Musik herzlich empfangen. Bevor wir uns jedoch auf Entdeckungstour begaben, warteten erst einmal Suppen und Kuchen – eine sehr vernünftige Grundlage für alles, was noch kommen sollte. Die ganz Mutigen – oder sagen wir: die ganz Verrückten – ließen es sich natürlich nicht nehmen, die F60 zu erklimmen. Fast 70 Meter hoch ging es hinauf, und bis oben hatte man schon eine beachtliche Strecke in den Beinen. Der Blick über die weite Lausitzer Landschaft entschädigte allerdings für jeden einzelnen Schritt.
Weiter ging es anschließend nach Lehde, ins Herz des Spreewaldes, wo unser Hotel auf uns wartete. Nach dem gemeinsamen Abendessen traf man sich noch auf einen Absacker in der Hotelbar. Bei Spielen, viel Gelächter und guten Gesprächen klang der erste Tag gemütlich aus.
Tag 2 – Kultur, Kahnfahrt und ein bisschen Spreewaldromantik
Die Sonne meinte es weiterhin gut mit uns. Direkt am Hotel wurden wir von der Bimmelbahn abgeholt, die uns auf eine kleine Rundfahrt durch Lübbenau mitnahm. Über das holprige Kopfsteinpflaster rumpelnd staunten wir nicht schlecht, wie sich diese Stadt gleich zwei Bäder und sieben Sportplätze leisten kann – offenbar sind die Spreewälder nicht nur naturverbunden, sondern auch ausgesprochen sportlich. Im Festsaal des Schloss Lübbenau, dem ehemaligen Sitz der Grafen von Lynar, gab es zunächst einen wahren Schmaus für die Ohren. Das Jupiter Quartett spielte ein abwechslungsreiches Programm – von klassischer Musik bis hin zum berühmten Thema aus Der rosarote Panther. Währenddessen schien die Sonne durch die hohen Fenster, und der Blick schweifte ganz automatisch hinaus in den wunderschönen Schlosspark. Im Anschluss wurde dann auch der Gaumen verwöhnt. Nach dem Mittagessen im festlich dekorierten Saal bummelten wir durch den Park, genossen die ersten Frühlingszeichen – und tatsächlich flatterte sogar ein Zitronenfalter vorbei. Ein kleiner Gruß des nahenden Frühlings. Am Hafen stiegen wir schließlich in die Kähne und ließen uns durch die stillen Wasserarme des Spreewaldes staken. Unser spreewäldischer Gondoliere wusste viele Geschichten zu erzählen, während wir die Ruhe der Natur genossen. Es war so friedlich, dass man fast das Gefühl hatte, den Spreewald ganz für sich allein zu haben. Viel zu schnell legten wir wieder am Hotel an. Dort wartete schon ein ganz besonderer Empfang: Jagdhornbläser, dazu Sekt, Bier und Glühwein – schließlich sind wir ja noch im März. Im Hof des Hotels verbrachten wir einen wunderbar gemütlichen Nachmittag. Kaum zu glauben, dass der Kalender erst Anfang März zeigte.
Mit dem traditionellen Hornbläser-Ruf „Sau tot!“ fand dieser fröhliche Nachmittag schließlich seinen Abschluss.
Am Abend besuchte uns noch die berühmte Spreewald-Oma. Mit viel Humor erzählte sie, wie aufwendig es für die Frauen ist, in die prachtvolle Spreewaldtracht zu schlüpfen – und dass es für die Männer mindestens genauso schwierig sei, ihre Damen am Abend wieder aus all den Schleifen, Bändern und Stofflagen zu befreien. Die Musik am Abend bildete dann noch einmal ein kleines Kontrastprogramm. Der Musiker gab sein Bestes und legte ordentlich los – sagen wir es diplomatisch: Das Publikum hörte interessiert zu, blieb aber eher bei seinem Getränk sitzen. Manch einer gab die Hoffnung auf einen schönen letzten Walzer nicht auf. Aber auch das gehört zu einer Reise dazu: Stoff für ein paar heitere Kommentare am nächsten Morgen.
Tag 3 – Abschied mit Musik und Seeblick
Zum Abschluss bringt uns die Bimmelbahn noch einmal vom Hotel nach Lübbenau, wo bereits unsere Busse warten. Weiter geht es zum Senftenberger See. Beim gemütlichen Frühschoppen genießen wir noch einmal das Zusammensein. Ein letztes gemeinsames Mittagessen – und der Gedanke schleicht sich ein: Morgen kochen wir wohl alle wieder selbst.
Eine junge Sängerin sorgt dabei für wunderbare Stimmung und macht die musikalischen Mühen des Vorabends schnell vergessen. Es wird noch einmal viel geplaudert und gelacht- mit neuen Bekannten und alten Reisegefährten. Der Spreewald verabschiedet uns mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck. Wir haben gelacht, gestaunt, gut gegessen – und sogar musikalische Abenteuer überstanden.
Mit diesen Erinnerungen im Gepäck treten wir die Heimreise an – und vielleicht beginnt schon bald die Vorfreude auf das nächste gemeinsame Abenteuer.