Finnisch Lappland – über dem Polarkreis
Wo Santa Claus zu Hause ist
Noch 133 Tage bis Weihnachten, so stand´s geschrieben am Eingang zu Santa Claus. Hier oben am Polarkreis soll er ja zu Hause sein. Seine Rentiere habe ich schon zuhauf gesehen. Nun besuche ich den Mann mit dem langen weißen Bart. Ob er wohl daheim ist, mitten im Sommer? Während es zu Hause bei über 30°C wieder einmal schweißtreibend zugeht, empfängt mich hier oben im hohen Norden kühles und doch sonniges Wetter. Ich lande in Rovaniemi. Das gehört zu Finnland und befindet sich schon in Lappland. Bald sollen Schumann Gäste hier hoch Reisen – Feenfeuer auch Polarlicht oder Aurora borealis genannt bestaunen. Oder im Sommer die Mitternachtssonne genießen. Nebenbei Rentiere, Elfen und den Weihnachtsmann besuchen. Nun das erfordert Vorbereitung. Schließlich heißt es nicht umsonst: für Schumann Gäste nur das Beste. Und so mach ich mich auf dem Weg, natürlich nachdem ich dem Weihnachtsmann die Hand geschüttelt habe.
Mein erstes Ziel liegt rund 3 Stunden nördlich – das Northern Lights Village Saariselkä ist mein Ziel. Saariselkä ist ein kleines Städtchen hoch oben in Lappland. Von hier sind es nur wenige Stunden zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt auf dem europäischen Festland. Es gibt eine Außenstelle des Weihnachtsmannes, unendlich viel Wald und ein paar wunderbare „Urlaubsdörfer“. Zuerst besuche ich das Northern Lights Village. Hier sehe ich das erste Mal die Glasiglus, die so populär geworden sind. Auf dem Bett liegend können die Gäste den Himmel betrachten. Sterne, Mond und das Feenfeuer, grünes manchmal blaues Licht – Polarlicht. Das gefällt mir und sicher auch unseren Gästen.
Am nächsten Morgen bin ich im Kakslauttanen Arctic Resort mit der Verkaufsleiterin und dem Chef des Hauses verabredet. Jussi Eiramo ist sein Name und man kann den Finnen mit dem weißen Bart durchaus als legende im Tourismus des Landes bezeichnen. Jussi ist nicht nur Gründer des Kakslauttanen Arctic Resorts, auch heute noch kümmert er sich persönlich um die Geschicke des mittlerweile recht großen Unternehmens, er gilt als auch Erfinder des Glas Iglo. Die ersten „Hütten“ aus denen Gäste vom Bett den Himmel betrachten können, standen hier in Kakslauttanen. „Vor mehr als 50 Jahren, hier war nichts als Wald, fuhr ich hier gen Norden und hatte eine Panne. Genau hier wo wir jetzt stehen“ so erzählt mir Jussi Eiramo, der sogar etwas deutsch spricht. „Ich habe mich sofort in diese Landschaft verliebt. Der Wald, der See, die kleinen Hügel – ich baute ein kleines Tipi auf und blieb hier. Zuerst bot ich den Durchreisenden Kaffee und Tee an. Später kochten wir für Gäste und bald kamen die ersten Holzhütten hinzu. Und so wuchs und wuchs unsere Gästeherberge.“ berichtet er weiter. „Als dann die ersten Gäste im Winter kamen, draußen bei 20°C minus frieren, um das Feenfeuer zu sehen, da kam mir eine Idee. Was wenn wir den Hüten ein Glasdach verschaffen oder noch besser Iglos ganz aus Glas bauen. Tja einige Monate und viel Arbeit später standen die ersten dieser seltsamen Glas Iglos. Manche meiner Nachbarn lachten darüber, manche staunten oder waren skeptisch. Doch der Erfolg gab mir recht. Heute verfügt unser Arctic Resort über reine Glas Iglos und über kombinierte Glas – Holz Hütten. Unsere Gäste lieben es im Winter und im Sommer“ schwärmt Jussi Eiramo mit leuchtenden Augen. Mich muss Jussi nicht mehr überzeugen. Vollkommen begeistert von Landschaft, Iglos und Holzhütten habe ich die ersten Termine für das kommende Jahr gebucht. Ich komme wieder – mit Schumann Gästen im Schlepptau.