Hochkönig: Almenparadies und Adlerblick - 2026
Hochkönig: Almenparadies und Adlerblick Der Berufsurlauber Junior erzählt
Zwischen Hochkönig, Almwiesen und Großglockner – sechs Tage voller Bergmomente, regionaler Küche und österreichischer Gemütlichkeit.
Dienten am Hochkönig – schon der Name klingt nach Bergen, Almen und frischer Luft. Unsere Reise führte uns für sechs Tage mitten hinein in die Salzburger Alpen. Von unserem gemütlichen Standort in Dienten aus entdeckten wir die Region rund um den Hochkönig, wanderten zur Steinbockalm, fuhren mit Pferdekutschen zur Unterhofalm und wagten uns schließlich hinauf zum Großglockner.
Dazwischen gab es jede Menge österreichische Spezialitäten, gemütliche Hütten, beeindruckende Panoramen und natürlich immer wieder diese ganz besonderen Momente, bei denen man einfach kurz stehen bleibt und die Berge auf sich wirken lässt.
Sonntag, 20. September – Servus, Hochkönig!
Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, hieß es heute: Koffer verladen und ab in Richtung Berge. Gemeinsam mit weiteren Gästen machte ich mich auf den Weg nach Dienten am Hochkönig – und damit auf eine Woche voller Alpenpanoramen, gemütlicher Hütten und hoffentlich ganz viel Sonnenschein.
Die ersten Kilometer verliefen noch durch die vertraute Landschaft Thüringens und Bayerns. Doch je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr veränderte sich das Bild vor den Busfenstern. Aus sanften Hügeln wurden die ersten Voralpen, am Horizont tauchten immer mehr Gipfel auf – und spätestens hinter Salzburg war klar: Die Berge rufen!
Über Bischofshofen und durch das Salzachtal ging es schließlich hinein in die Region Hochkönig. Und dann liegt es plötzlich vor uns: Dienten. Klein, gemütlich und umgeben von einer beeindruckenden Bergkulisse.
Über allem thront der Hochkönig mit seinen 2.941 Metern. Unser Zuhause für die kommenden Tage ist der Salzburger Hof. Familie Bacher begrüßt uns herzlich. Nach der Ankunft bleibt erst einmal Zeit, die Zimmer zu beziehen und anzukommen. Schließlich liegt eine lange Fahrt hinter uns.
Am Abend treffen wir uns dann zum gemeinsamen Abendessen. Bei einem guten Essen und den ersten Gesprächen lassen wir unseren Anreisetag gemütlich ausklingen.
Montag, 21. September – Auf Augenhöhe mit dem Hochkönig
Heute geht es hinauf zur Steinbockalm. Wer Lust auf Bewegung hat, macht sich gemeinsam mit Herrn Bacher Senior zu Fuß auf den Weg. Für alle, die es etwas gemütlicher angehen möchten, gibt es die Alternative: Mit der Hochmaisbahn geht es bequem hinauf in die Bergwelt.
Oben angekommen zeigt sich der Berg zunächst noch etwas geheimnisvoll. Nebel liegt über der Landschaft und versteckt große Teile des Panoramas. Aber wir lassen uns die Stimmung nicht verderben – schließlich gehört auch das zum Bergwetter dazu.
Auf der Steinbockalm treffen wir uns schließlich alle zum gemeinsamen Mittagessen. Bei einer Auswahl à la carte ist für jeden etwas dabei – und nach der Wanderung schmeckt das Essen natürlich gleich noch besser.
Und während wir nach dem Mittagessen noch gemütlich zusammensitzen, passiert genau das, worauf wir gehofft haben: Der Nebel zieht langsam davon und gibt immer mehr vom Hochkönigmassiv frei. Plötzlich liegen die gewaltigen Gipfel fast ganz klar vor uns – ein Panorama, das man sich gerne etwas länger anschaut.
Danach bleibt Zeit zum Genießen. Einfach sitzen, den Blick über die Berge schweifen lassen und die Höhenluft genießen – schließlich sind wir nicht auf der Flucht.
Für die Talfahrt geht es anschließend mit dem Sessellift hinunter nach Hinterthal und weiter nach Mühlbach am Hochkönig. Dort wartet noch einmal ein kleines Bergerlebnis auf uns: Mit der 6er-Kabinenbahn fahren wir hinauf zur Karbachalm auf rund 1.600 Meter. Oben angekommen, bleibt Zeit für einen kleinen Spaziergang, einen Kaffee oder einfach ein paar ruhige Minuten in der Bergwelt.
Am Nachmittag geht es schließlich zurück nach Dienten. Nach einem abwechslungsreichen Tag zwischen Wanderweg, Sessellift und Bergbahn lassen wir den Abend beim gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.
Dienstag, 22. September – Mit der Pferdekutsche zur Alm
Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel geht es heute wieder hinaus in die Berge. Unser Ziel: Filzmoos und die Unterhofalm – und der Weg dorthin wird schon zum Erlebnis.
Mit dem Bus fahren wir über Bischofshofen nach Filzmoos. Dort warten bereits zwei Pferdekutschen auf uns. Die gemütliche Fahrt führt uns hinein in die Bergwelt – und passend dazu gibt es unterwegs noch einen kleinen selbstgebrannten Tropfen zum Aufwärmen. Bei den Temperaturen heute kommt der gerade recht.
Je weiter wir ins Tal hineinfahren, desto ruhiger wird es. Schließlich erreichen wir die Unterhofalm, eine urige und ursprüngliche Alm, bei der man das Gefühl bekommt, dass sich hier in den vergangenen Jahrzehnten gar nicht so viel verändert hat. Hier lassen wir uns erst einmal gemeinsam zum Mittagessen nieder. Regionale Küche, gemütliche Atmosphäre und die Berge direkt vor der Tür – viel mehr braucht ein schöner Almtag eigentlich nicht.
Danach heißt es: Wer möchte, macht noch einen Spaziergang rund um den Almsee. Gerade die Mischung aus grünen Almwiesen, schroffen Felsen und den gewaltigen Gipfeln macht die Landschaft rund um Filzmoos so besonders.
Anschließend steigen wir wieder in unsere Pferdekutschen und lassen uns gemütlich zurück nach Filzmoos bringen. Ein bisschen entschleunigen gehört schließlich zu einem richtigen Urlaubstag dazu.
Doch bevor es zurück nach Dienten geht, machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Ramsau. Für viele dürfte der Ort bekannt sein – schließlich sind hier die „Bergretter“ zu Hause. Natürlich darf da auch ein kurzer Blick in die Kirche nicht fehlen.
Danach heißt es endgültig: zurück in den Bus und zurück nach Dienten.
Am Abend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen im Hotel.
Mittwoch, 23. September – Der Großglockner ruft
Heute geht es hoch hinaus. Unser Ziel: der Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs. Über das Salzachtal erreichen wir die Großglockner Hochalpenstraße. Über 48 Kilometer und 36 Kehren erstreckt sie sich – vorbei an immer karger werdender Vegetation, gewaltigen Felswänden und immer neuen Panoramablicken.
Mit jeder Kurve wird deutlicher, wie schnell sich die Landschaft mit der Höhe verändert. Und schließlich erreichen wir die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern.
Hier wartet ein Anblick, der beeindruckt – aber gleichzeitig auch nachdenklich macht.
Vor uns liegt die Pasterze, Österreichs größter Gletscher. Was heute noch wie eine gewaltige Eislandschaft wirkt, ist nur noch ein Teil dessen, was hier einmal war. Der Rückgang des Gletschers lässt sich an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe besonders eindrucksvoll nachvollziehen: Wo früher Eisflächen den gesamten Talraum ausgefüllt haben, sind heute Fels, Geröll und neu entstandene Wasserflächen zu sehen.
Und dieser Wandel ist messbar. Der Österreichische Alpenverein beobachtet die Pasterze bereits seit dem 19. Jahrhundert. Seit Beginn der Messungen hat sich die Gletscherzunge um mehr als 2,3 Kilometer zurückgezogen – fast ein Drittel dieses Rückgangs entfiel allein auf die vergangenen zehn Jahre.
Auch aktuell setzt sich die Entwicklung fort. Im Gletscherjahr 2024/25 verlor die Hauptzunge der Pasterze weitere 54 Meter an Länge. Gleichzeitig verlor der Gletscher große Mengen an Eis: Von 2024 auf 2025 sank die Gletscherzunge um 7,3 Meter ab, rund 12,4 Millionen Kubikmeter Eis gingen dabei verloren.
Besonders eindrucksvoll ist inzwischen der sogenannte Hufeisenbruch. Eine letzte Eisverbindung hält die Gletscherzunge noch mit dem höher gelegenen Gletscherbereich zusammen. Diese Verbindung wird jedoch immer dünner. Sollte sie vollständig abbrechen, wäre die Pasterze in ihrer heutigen Form geteilt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Felswände dort dann erstmals seit rund 5.000 Jahren vollständig eisfrei wären.
Natürlich haben Gletscher schon immer auf natürliche Klimaschwankungen reagiert. Die Geschwindigkeit der heutigen Veränderungen ist jedoch etwas anderes: Die zunehmende Erwärmung führt dazu, dass die Gletscher im Sommer deutlich mehr Eis verlieren, während gleichzeitig weniger Schnee nachkommt, der im Winter neues Gletschereis bilden könnte.
Trotzdem bleibt natürlich Zeit, dieses außergewöhnliche Hochgebirgspanorama zu genießen. Der Großglockner ragt über uns in den Himmel, unter uns liegt das Gletschertal und rundherum erstreckt sich die beeindruckende Bergwelt der Hohen Tauern.
Am Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg zurück.
Donnerstag, 24. September – Maria Alm und der Prinzenberg
Heute starten wir nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Bus in Richtung Maria Alm.
Mit der Natrunbahn geht es bequem hinauf. Eigentlich war rund um den Prinzensee nur ein kleiner Spaziergang geplant. Aus dem „kleinen Spaziergang“ wurden dann allerdings doch gute 3 Kilometer. Aber unsere Gruppe hat sich nicht abschrecken lassen – alle sind mitgelaufen und haben die Runde erfolgreich gemeistert.
Und die Belohnung kann sich sehen lassen: Oben wartet ein wunderschöner Blick auf die umliegende Bergwelt. Natürlich darf da auch das gemeinsame Gruppenfoto nicht fehlen. Ich muss ehrlich sagen: Auf die ganze Gruppe bin ich an diesem Tag ein bisschen stolz gewesen.
Anschließend geht es zum gemeinsamen Mittagessen in die Tom Almhütte. Ganz anders als die urigen Almen der vergangenen Tage präsentiert sie sich modern, stilvoll und trotzdem wunderbar in die Bergwelt eingebettet. Ein schöner Kontrast zu unseren bisherigen Hütten-Erlebnissen.
Nach dem Essen fahren wir wieder hinunter nach Maria Alm. Dort bleibt Zeit für einen individuellen Bummel durch den Ort, auch wenn sich mittlerweile der Regen eingeschalten hat – ein bisschen schauen oder einfach das österreichische Dorfleben genießen.
Am Nachmittag wartet Familie Rainer in der Grünegg Alm bereits mit ihrer regionalen Spezialität: einer Schnapsverkostung. Nach den vielen Bergtagen darf schließlich auch der Genuss nicht zu kurz kommen.
Mit einem letzten gemeinsamen Abendessen im Hotel lassen wir unseren vorletzten Reisetag gemütlich ausklingen.
Freitag, 25. September – Abschied vom Hochkönig
Noch einmal ausgiebig frühstücken, noch einmal die Bergluft genießen – dann heißt es Koffer packen.
Unsere Rückfahrt führt uns über Lofer zurück Richtung Bayern. Während die Berge langsam kleiner werden, lassen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren.
Die Wanderung zur Steinbockalm.
Die Pferdekutschen in Filzmoos.
Die Bischofsmütze über der Unterhofalm.
Der gewaltige Großglockner und die Pasterze.
Die Ausblicke vom Prinzenberg.
Und natürlich die vielen gemeinsamen Stunden unterwegs.
Sechs Tage voller Berge, guter Gespräche, regionaler Küche und ganz unterschiedlicher Erlebnisse liegen hinter uns.
Am Abend kommen wir wieder zu Hause an. Im Gepäck: jede Menge Fotos, neue Eindrücke und wahrscheinlich auch ein bisschen Muskelkater.
Der Hochkönig hat uns gezeigt, wie vielseitig die Alpen sein können – mal gemütlich auf der Alm, mal hoch oben am Gletscher und immer mit einem beeindruckenden Panorama vor Augen!