Reiseberichte Holland: Blumen, Blüten, Meer

Holland: Blumen, Blüten, Meer

Alles Käse oder was? Unterwegs in Holland.

Ein Reisebericht von Katrin Ziehm

Von einem Regenschauer zum nächsten hangeln wir uns Richtung Norden – quasi eine kleine „Duschtour auf Rädern“. Aber die Laune bleibt trocken! Schließlich wartet Holland auf uns. Und wie bestellt: Je weiter wir fahren, desto blauer wird der Himmel. Als hätten wir das schlechte Wetter einfach hinter uns gelassen. Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir Scheveningen – und das fühlt sich direkt nach Urlaub an. Beim Abendessen mit Blick auf die Pier und das Riesenrad kommt dann endgültig das „Jetzt sind wir da“-Gefühl auf. Die Lichter, das Meer, eine leichte Brise – fast schon kitschig schön. Und wer noch nicht genug hatte, hat bestimmt einen ersten Spaziergang am Strand unternommen, den Sand unter den Füßen gespürt und die salzige Meeresluft eingeatmet, bevor es schließlich zufrieden ins Bett ging.

Keukenhof
Am nächsten Tag wartet ein echtes Fest für die Sinne auf uns. Das Wetter? Nun ja – sagen wir: abwechslungsreich. Aber wir sind vorbereitet! Schon auf der Fahrt staunen wir über die farbenfrohen Tulpenfelder rechts und links der Straße. Doch das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Im Park angekommen: ein einziger Farbrausch! Und… ja, auch ein Menschenrausch. Gefühlt die halbe Welt ist heute hier – alle bewaffnet mit Handy oder Kamera, auf der Jagd nach dem perfekten Foto. Man muss sich kurz sortieren… und dann einfach eintauchen ins bunte Gewimmel. Tulpen in Formen und Farben, die man kaum für möglich hält, wohin das Auge blickt. Dazu dieser Duft nach Frühling in der Luft – fast wie ein Versprechen. Und nicht nur die Blumen sind sehenswert: Auch die Menschen davor! Da wird posiert, gehüpft, gelacht – Hauptsache, das Bild stimmt. Und haben Sie es bemerkt? Selbst der Rasen wird hier perfekt in Szene gesetzt: Bis zur Absperrung sattes Dunkelgrün – und dahinter plötzlich ein fast leuchtendes Hellgrün. Natur oder doch ein bisschen Zauberei? Dann ein kurzer Regenschauer – und danach kommt die Sonne heraus. Und wie! Die Farben wirken noch intensiver, alles strahlt, als hätte jemand den Kontrast hochgedreht. Eigentlich müsste man jetzt alle Fotos löschen und nochmal von vorne anfangen. Zum Glück haben wir genug Zeit… und müssen uns nicht mehr wie früher mit 36 Bildern auf einem Film begnügen. Nach gefühlt 100.000 Schritten (und vermutlich ähnlich vielen Fotos) kehren schließlich 41 fußmüde, aber glückliche Urlauber zurück in den Bus.

Der Nachmittag gehört dann jedem selbst: Strand, Balkon, Promenade – ganz nach Lust und Laune.
Der Nachmittag steht dann zur freien Verfügung: Strandspaziergang, ein gemütlicher Blick vom Balkon aufs Meer oder ein Bummel über die Flaniermeile – jeder ganz nach seinem Geschmack.

Kinderdijk
Am Dienstag begrüßt uns strahlend blauer Himmel – besser kann ein Tag kaum starten. Und schon nach etwa einer Stunde Fahrt tauchen wir ein in eine andere Zeit: die Ursprünge Hollands. Wie aus einem Bilderbuch stehen sie da – 18 Windmühlen, stolz und eindrucksvoll. Der Wind pfeift kräftig und setzt die Flügel in Bewegung. Fast hat man das Gefühl, sie heben gleich ab. Wir wagen uns hinein, kriechen durch das Gebälk und werfen einen Blick in das Leben der Müllerfamilien. Gemütlich? Ja. Geräumig? Eher nicht. Hier musste jeder Handgriff sitzen – und Streit hatte vermutlich auch keinen Platz. Anschließend erleben wir die Mühlen vom Wasser aus – eine ganz neue Perspektive. Und zum Abschluss bringt uns ein Film die Technik und Geschichte noch näher, mit einem spannenden Blick in Vergangenheit und Zukunft. Am Nachmittag wartet dann ein ganz anderes Highlight: das Riesenrad an der Pier von Scheveningen. Ein bisschen Mut gehört dazu – und der wird kurzerhand mit einem Glas Sekt gestärkt. Dann geht es langsam nach oben. Höher… und noch höher…
Der Blick? Atemberaubend! Der Strand zieht sich endlos entlang, die Stadt liegt uns zu Füßen und das Meer glitzert bis zum Horizont. Für einen Moment scheint alles ganz ruhig zu werden – bis das Riesenrad sanft weiterdreht und uns wieder Richtung Boden bringt. Abends im Hotel dann eine kleine Überraschung: Der Koch hat wohl beschlossen, dass wir heute alle ein bisschen auf Linie achten sollen – die Beilage fehlt. Sagen wir so: Es war ein kulinarisch… reduzierter Abend.
So mancher Magen hätte sich über ein kleines Extra gefreut… und vielleicht ist der ein oder andere Gast an diesem Abend mit einem leichten Hungergefühl ins Bett gegangen. Aber immerhin mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck.

Gouda und Rotterdam

Mittwoch – und wieder bestes Wetter. Läuft bei uns! In Gouda erwartet uns eine richtig schöne, gemütliche Stadt. Der Frühling ist angekommen, die Häuser geschniegelt, alles wirkt ein bisschen wie gemalt. Und dann diese offenen Fenster – man kann fast überall reinschauen. Für uns ungewohnt… aber auch irgendwie spannend. Natürlich dürfen die Stroopwafeln nicht fehlen. Frisch und süß… sehr süß. Die einen sagen: „Ein Traum!“ – die anderen: „Ein bisschen viel Traum auf einmal.“ Aber probiert wird natürlich – wir sind ja neugierig. Das historische Rathaus zeigt sich leider eingerüstet – aber mit ein wenig Fantasie lässt sich seine Schönheit trotzdem erahnen. Zum Abschluss noch eine Käseverkostung – und spätestens hier wird klar: Ein kleines Stück Gouda muss einfach mit nach Hause. Am Nachmittag geht es weiter nach Rotterdam. An der Erasmusbrücke steigen wir aufs Schiff und erleben die Stadt vom Wasser aus. Moderne Architektur, spektakuläre Gebäude und ein Hafen, der beeindruckender kaum sein könnte – ein spannender Kontrast zu den bisherigen Eindrücken. Am Abend genießen wir gemeinsam einen letzten, wunderbaren Sonnenuntergang. Ein Moment, den man am liebsten festhalten möchte – und genau das tun wir auch, zumindest im Herzen.

Delft und Heimfahrt
Viel zu schnell verfliegt die Zeit. Am letzten Tag schlendern wir noch einmal entspannt über den Markt von Delft, stöbern nach kleinen Mitbringseln für die Lieben daheim und genießen das lebendige Treiben. Ein letzter Blick geht hinauf zum schiefen Turm der Oude Kerk – ein bisschen schräg, aber genau das macht ihn so liebenswert.
Vom Wasser aus zeigt sich Delft dann noch einmal von seiner schönsten Seite: Bei einer gemütlichen Grachtenfahrt gleiten wir vorbei an Brücken, Giebelhäusern und stillen Winkeln, die fast ein wenig aus der Zeit gefallen wirken.

Und dann heißt es Abschied nehmen. Langsam setzen sich die Räder in Bewegung, und wir rollen Richtung Heimat. Die Gespräche werden leiser, die Gedanken wandern zurück zu den vergangenen Tagen – zu bunten Tulpenfeldern, frischer Meeresluft und vielen kleinen, besonderen Momenten.
Holland verabschiedet sich – und wir nehmen ein Stück davon einfach mit nach Hause. Im Gepäck: schöne Erinnerungen, eine erste Sommerbräune im Gesicht, neue Freunde … und vielleicht schon die Vorfreude auf die nächste Reise.

 

Unsere schönsten Bilder

zurück zur Übersicht