Reiseberichte Rhein in Flammen

Rhein in Flammen

Spätsommer am Rhein

Tag 1: Auf an den Rhein

Erinnern Sie sich noch an unseren Start? Besser hätte das Wetter kaum sein können: herrlicher Altweibersommer, blauer Himmel, beste Voraussetzungen für unsere Reisegruppe die aus 15 gut gelaunten Damen und 3 tapfere Herren bestand. Meine Herren, Sie haben sich von so viel Frauenpower nicht beeindrucken lassen und sich tapfer geschlagen. Unser erstes Ziel führte uns ins schöne Rüdesheim. Nach einer interessanten Stadtführung wartete noch ein ganz besonderes Schmankerl auf uns: Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett. Und ich muss sagen: Was dort passierte, war einfach herrlich! Kaum setzten sich die alten Spielorgeln und Musikautomaten in Bewegung, war es mit der stillen Aufmerksamkeit vorbei. Hier wippte ein Fuß, dort bewegte sich ein Knie und bei so manchem wurde ganz unbewusst im Takt mitgeschunkelt. Die Musik ging eben direkt ins Blut! Beschwingt und mit bester Laune im Gepäck machten wir uns anschließend auf den Weg zur Fähre. Gemütlich setzten wir über den Rhein, ließen uns den frischen Fahrtwind um die Nase wehen und genossen dabei die schöne Kulisse am Fluss. Schließlich hieß es: Ankommen, Koffer abstellen und erst einmal durchatmen – wir waren in unserem Hotel in Boppard angekommen. So konnte unsere Reise beginnen: mit Sonnenschein, Musik im Ohr, einer frischen Brise im Gesicht und einer Reisegruppe, bei der schon am ersten Tag ordentlich gute Laune aufkam. Ein Auftakt, wie man ihn sich schöner kaum wünschen kann!


Tag 2: Ein Spätsommertraum zwischen Reben, Riesling und Rheinfieber

Pünktlich und gut gelaunt ging es am frühen Morgen von Boppard aus los nach Bingen zum Schloss Johannisberg. Schließlich weiß man in den besten Jahren genau, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Dort angekommen stiegen wir tief in die Geschichte – und in den alten Weinkeller – ab. Bei der Führung erfuhren wir allerhand Wissenswertes über die edle Tropfen-Tradition. Doch grau ist alle Theorie, die Praxis schmeckt bekanntlich besser! Die anschließende Weinprobe war eine wahre Freude für den Gaumen. Wir probierten edle Rieslinge und stellten mit erstaunlicher Treffsicherheit fest: Mit jedem Glas schmeckte der Wein noch ein bisschen besser als der vorherige! Nach der vergnüglichen Verkostung wartete das Mittagessen auf uns im lichtdurchfluteten Wintergarten des Schlosses. Hoch über dem Rhein schwebend genossen wir nicht nur die fantastische Weitsicht über das sonnenbeschienene Tal, sondern auch kulinarische Höhepunkte: Ein wunderbar zarter Tafelspitz schmolz förmlich auf der Zunge. Und das Dessert: Ein köstliches Eis-Sorbet – zwei perfekte Kugeln, raffiniert serviert auf einem echten Teller aus Eis! Ein kühles Kunstwerk als perfekter Abschluss unseres Schlossbesuches. Gut gestärkt (und bestens gelaunt) schraubten wir uns anschließend hinauf zum Niederwalddenkmal. Von dort oben zeigt sich Vater Rhein wirklich von seiner Schokoladenseite. Der Panoramablick ins sonnige Tal war atemberaubend und lud zum Verweilen und Genießen ein. Als Abschluss des Nachmittags ging es dann wieder hinunter ans Wasser – Schiff Ahoi! Zwei unserer Herren hatten es sich derweil schon ganz gemütlich am Rheinufer eingerichtet: Septembersonne, Rheinblick und offensichtlich so interessante Männergespräche, dass das herannahende Schiff beinahe zur Nebensache wurde. Zum Glück wurde dann doch noch rechtzeitig der Aufbruch eingeleitet – denn ein Rhein-Erlebnis ohne Schiff wäre ja nun wirklich nur die halbe Geschichte gewesen! Bei einer gemütlichen Fahrt rheinabwärts zog anschließend die romantische Burgenlandschaft an uns vorbei. Vom Sonnendeck aus packte uns alle ein kleines bisschen das echte „Rheinfieber“: die sanfte Brise, das Glitzern der Septembersonne auf dem Wasser und die stolzen alten Gemäuer am Ufer. Herz, was willst du mehr? Zurück im Hotel wartete um 19:30 Uhr ein spätes, aber wohlverdientes Abendessen auf uns. Nach so vielen Reiseeindrücken, edlen Tropfen, frischer Luft und Sonnenstrahlen waren sich am Ende alle einig: Ein rundum wunderbarer Tag! Und sagen wir es wie es ist – um Punkt zehn lagen wahrscheinlich alle mit einem zufriedenen Lächeln im Bett.


Tag 3 – Boppard und ein Feuerwerk

Am Samstag sollte er nun also stattfinden – der eigentliche Höhepunkt unserer Reise! Zunächst ging es auf einen Spaziergang durch Boppard und damit mitten hinein in fast 2.000 Jahre Geschichte. Die Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen – und erstaunlicherweise stehen die alten Mauern noch immer ziemlich stolz herum. Bei manchem deutlich jüngeren Haus könnte man dagegen durchaus über den Erhaltungszustand diskutieren … Am Nachmittag wollte ich mit einem Teil der Gruppe hinauf zum Gedeonseck. Also machten wir uns bei herrlichstem Spätsommerwetter auf den Weg, ein kleines Stück am Rhein entlang zur Seilbahn. Und dann standen wir da und konnten es nicht glauben: Die Gondeln bewegten sich nicht. Ausgerechnet heute! Blauer Himmel, Sonnenschein und beste Aussicht – und die Seilbahn hatte geschlossen. Wer soll das verstehen? Wir jedenfalls nicht! Aber was soll's: Es gibt schließlich für fast alles einen Plan B – und wenn nicht, wird eben einer erfunden. Also nutzten wir die ungeplante freie Zeit kurzerhand für einen gemütlichen Bummel durch Boppard. Eis hier, ein Gläschen Wein dort und ganz viel „Ach, wie schön ist das hier!“ – und schon war die geschlossene Seilbahn fast vergessen.


Am späten Nachmittag ging es dann mit der Fähre hinüber nach St. Goarshausen. Schließlich wartete „Rhein in Flammen“ auf uns! Allerdings nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wegen des niedrigen Wasserstands konnten die Schiffe diesmal nicht wie geplant fahren. Also wurde aus „Rhein in Flammen vom Schiff“ kurzerhand „Rhein in Flammen vom Ufer“. Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen – und meine Reisegruppe konnte das ganz hervorragend! Nach einem gemeinsamen Abendessen suchten wir bei angenehm spätsommerlichen Temperaturen unseren Platz am Rheinufer und machten es uns gemütlich. Dann hieß es: Augen nach oben – jetzt wurde es bunt! Und tatsächlich: Der Rhein und der Himmel verwandelten sich in eine große Bühne für ein beeindruckendes Feuerwerk. Ein Feuerwerk der anderen Art – diesmal nicht vom Schiff aus, aber deshalb nicht weniger schön. Nur eines hatten wir vielleicht unterschätzt: Die Sache mit den Schritten auf dem Tageszähler. Da kam doch noch der eine oder andere Schritt mehr zusammen als ursprünglich geplant. Aber: Alle haben tapfer durchgehalten! Und so ging es schließlich mit guter Laune wieder an Bord. Thomas brachte uns sicher zurück ins Hotel, während wir unseren Tag noch einmal Revue passieren ließen.


Tag 4: Koblenz, zwischen Rhein und Mosel

Heute ging es nach Koblenz. Um die Mittagszeit erwartete uns dort eine Stadtführung – und unser Stadtführer gab wirklich alles, um uns für Koblenz zu begeistern. Denn ganz ehrlich: Koblenz hat es nicht leicht. Rund 90 Prozent der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, und von dem, was noch an historischer Bausubstanz geblieben ist, war heute gefühlt mindestens die Hälfte eingerüstet. Aber unser Stadtführer ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit viel Herzblut, jeder Menge Geschichten und sogar einem Lied, brachte er uns die Stadt näher. So wurde selbst das eingerüstete Koblenz noch irgendwie charmant. Nach einer Mittagspause ging es dann mit dem Lift,über den Rhein schwebend, hinauf zur Festung Ehrenbreitstein.  Nur unsere Füße waren inzwischen nicht mehr ganz so aufgeschlossen für weitere Entdeckungen.  Die letzten Tage steckten uns spürbar in den Gliedern.
Trotzdem stapften wir tapfer durch die Festungsanlage, suchten trockene Ecken und vergeblich eine Sitzgelegenheit.
Unser Führer ließ sich von unserer langsam schwindenden Begeisterung für weitere Festungsmeter nicht beirren und hielt tapfer dagegen – mit Geschichten, Anekdoten und immer wieder einem neuen Grund, doch noch ein paar Schritte weiterzugehen. Zum Abschluss wurden wir dann noch einmal belohnt: Vom Festungsbalkon bot sich uns ein herrlicher Blick hinunter auf das Deutsche Eck, den Rhein und weit hinaus bis zu den Vulkankegeln der Eifel am Horizont. Und wieder stehen mehr als 12.000 Schritte auf der Uhr. Unsere Füße mögen heute vielleicht anderer Meinung sein – aber körperlich sind wir damit wohl bestens vorbereitet für den nächsten Wanderurlaub!


Zum Abschluss unseres Tages wartete im Keller unseres Hotels noch eine ganz besondere „Probe“ auf uns. Diesmal ging es um Wein – und zwar einmal auf ganz andere Art. Verschiedene Weine aus der Region wurden vorgestellt, jeder mit seinem ganz eigenen Charakter und tatsächlich grundverschieden voneinander.
Eine unterhaltsame und lehrreiche Reise durch die Welt der regionalen Weine. Wir durften probieren, vergleichen, staunen und natürlich auch das eine oder andere Gläschen genießen. Ein schöner Abschluss für unseren letzten Abend hier.

Tag 5 - auf nach Hause

Ein kurzer Rundgang durch das romantische Städtchen Limburg, ein Bick in den schönen Dom und nun sitzen wir schon wieder im Bus und machen uns auf den Weg nach Hause. Kaum angekommen, haben wir uns schon wieder verabschiedet – von Burgen, Rheinblicken, Wein und natürlich von der Region. Ein paar Tage voller Erlebnisse liegen hinter uns. Wir haben viel gesehen, viel gehört, gelacht und auch ordentlich Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Unsere Füße werden uns die Heimfahrt vermutlich besonders danken. Ich hoffe, Sie nehmen viele schöne Bilder und Geschichten mit nach Hause – und vielleicht auch das Gefühl, dass es eine richtig nette Truppe war, mit der man unterwegs sein konnte.

Ihre Reiseleiterin Katrin

Die schönsten Bilder unserer Reise im September 2026

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