Sommer in Schleswig - Juli 2025
Sylt - Flensburger Förde - Schleswig Sommer zwischen Ost- und Nordsee
Tag 1 - Auf in den hohen Norden
Schon der Start unserer Reise versprach Abenteuer - der Elbtunnel gesperrt, Ed Sheeran auf Konzerttour in Hamburg, die Straßen voll, und wir mittendrin auf unserer Fahrt gen Norden. Doch statt zu fluchen, nutzten wir die Gelegenheit für eine kleine Pause an den Landungsbrücken. Die Aussicht auf Elbe, Hafen und Möwen war ebenso belebend wie der Duft nach frischem Kaffee, der sich bald durch den Bus zog. Und als wäre das nicht schon genug: Ich hatte selbstgebackenen Zucchinikuchen dabei – mit Liebe gebacken und in bester Reiseleiterinnen-Manier serviert.
Unser Ziel: Das Romantikhotel Waldschlösschen in Schleswig – und der Name ist Programm. Idyllisch am Stadtrand gelegen, eingebettet ins Grün, begrüßte uns das Haus mit herzlicher Gastlichkeit. Und als dann noch der Hotelchef höchstpersönlich einen Aquavit zur Einstimmung reichte, waren wir angekommen – im Urlaub.
Tag 2 – Schleswig zum Verlieben
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Stadt Schleswig. Zunächst mit dem Bus, dann zu Fuß erkundeten wir die charmante Stadt. Der Holm, das historische Fischerviertel, ließ uns eintauchen in eine Welt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint – hier duftet es nicht nur nach Blumen in den Gärten, sondern auch ein bisschen nach Nostalgie.
Der Schleswiger Dom beeindruckte uns gleich doppelt: Außen zurückhaltend norddeutsch, innen dann doch überwältigend. Und als wäre das nicht schon genug für einen Tag, ging es am Nachmittag auf die Schlei – per Raddampfer, stilecht. Der Kaffee an Bord war – sagen wir mal – eher dünn, die Torte dafür umso üppiger. Ein kurzer Landgang auf Schleimünde, bei dem zum Glück niemand das Boot verpasste, rundete die Fahrt ab. Und obwohl der Wetterbericht Regen angekündigt hatte: Wir blieben trocken. Mild war es, freundlich – manchmal zeigte sich sogar die Sonne. Fast wie bestellt.
Tag 3 – Sylt mit einem Lied auf den Lippen
Der dritte Tag begann grau. Aber wir wären nicht wir, wenn wir uns davon die Laune verderben ließen. Also: „Guten Morgen, Sonnenschein“ erklang im Bus – und siehe da, es half! Pünktlich zur Ankunft des Autozugs in Westerland zeigte sich die Sonne und begleitete uns auf unserem Weg durch eine Insel wie aus dem Bilderbuch. Reetgedeckte Häuser, wandernde Dünen und zarte Heideknospen – ein Vorgeschmack auf die Farbenpracht, die hier in ein paar Wochen blühen wird.
In List hatte jeder freie Wahl: ob ins Naturgewaltenhaus, auf Matjesjagd oder einfach nur zum Strandspaziergang mit Zehen im (noch ziemlich frischen) Nordseewasser. In Lyst stieg die Sylterin Christina zu, die uns mit Charme und Fachwissen die Insel zeigte. Und dann kam er – der Moment, der jeden Bus früher oder später trifft: ein kleiner Kratzer am Bus. Ursache: ein dösiger Sylter Busfahrer, der lieber andere rangieren lässt, als selbst zu lenken. Unser Fahrer wird sich sicher noch lange daran erinnern…
Doch das war schnell vergessen, als wir auf einer hohen Düne standen, mit Blick auf Nordsee, Dünen, Wattenmeer – und einem Gläschen Sekt in der Hand. Keitum, mit seinen malerischen Gärten und Trockenmauern, bildete den zauberhaften Abschluss, bevor wir als letztes Fahrzeug auf den Autozug rollten.
Tag 4 – Hoch in den Norden
Nach einem Frühstück, das keine Wünsche offenließ, fuhren wir gen Norden – wirklich ganz nach oben. Glücksburg erwartete uns mit seinem märchenhaften Wasserschloss, das uns nicht nur mit prunkvollen Schlafzimmern (inklusive eigenem Bad!) überraschte, sondern auch mit Geschichten aus dem Hause Schleswig-Holstein. Mit Krönchen im Haar spielen wir eine Stunde Prinzessin.
Danach ein gemütlicher Bummel durch den Hafen und dann – wie könnte es schöner sein – eine Bootsfahrt nach Flensburg. Hier war noch Zeit für einen Stadtbummel, ein bisschen Shopping oder ein Eis in der Sonne. Und als zum verabredeten Zeitpunkt alle Reisenden den Bus fanden, klopfte mein Reiseleiterinnen-Herz ein bisschen schneller – vor Freude!
Zurück im Hotel verwöhnt uns die Küche mit einem tolles Abschiedsmenü, der Koch flambierte das Dessert vor unseren Augen – und bei einem Absacker an der Bar klang der Tag in fröhlicher Runde aus.
Tag 5 – Letzte Urlaubsstunden in Friedrichstadt
Bevor wir endgültig die Heimreise antraten, machten wir noch einen Stopp in einem kleinen Juwel: Friedrichstadt. Grachten, Brücken, weiße Häuschen – ein bisschen Amsterdam, ein Hauch Spreewald, und doch ganz eigen. Bei einer Grachtenfahrt lauschten wir Vogelgezwitscher und Dieselsummen, wurden immer wieder charmant aus unseren Tagträumen gerissen von den launigen Kommentaren des Schiffsführers. Und dann – Überraschung! – landeten wir mitten im Drachenbootrennen. Zugegeben, mithalten konnten wir mit unserem Kahn nicht. Aber dabei sein ist schließlich alles, oder?
Dann hieß es: Abschied nehmen. Noch einmal winkten wir dem Norden zu – denn 600 Kilometer später wartet schon der Alltag auf uns.
Vielleicht sehen wir uns ja wieder?
Im Bus mit Schumanns? Ich würde mich freuen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Reiseleiterin
Katrin